Donnerstag, 2. Juli 2015

Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter ...

Donnerstag, der 2. Juli 2015

Es wird mal wieder Zeit eein paar Zeilen zu schreiben. In den letzten zwei Wochen seit meiner Rückkehr vom letzten Arbeitseinsatz auf Hunga Island ist also nicht wirklich viel Weltbewegendes geschehen. Nur das die Heilung meiner Füße nur schleppend vorran ging und ich auch auf diesem Gebiete mal wieder sehr experimentiertfreudig war um daraus mehr zu lernen, wie nötig. Doch sind diese Lernprozesse wichtig für meine und vielleicht mal für unser aller Zukunft. Oder zumindest die Zukunft unserer/eurer Kinder...unserer Spezies, inbesondere deren Weiterentwicklung. Wer weiß denn schon, vielleicht schreibe ich zu diesem Thema irgendwann mal ein Buch, schließlich ist angesammeltes Wissen auch nur Druck, und der muss irgendwann naturgemäß entlassen werden.et
Zu meinen Wunden an den Füßen kann ich nur schon vorweg eines sagen: solange ich nur Früchte a, ging die Heilung ohne Komplikation vorran. War mal wieder etwas Produziertes mit untergemogelt, spürte ich es direkt am darauffolgenden Tag. Sicherlich hatte ich mehr Kraft, welche aus der Lebensenergie geschöpft wurde, jedoch gab es auch mehr Druck und neuen Unrat im Körper, welcher durch diese Wunden entlassen wurde, was deren Heilung verlängerte. Diesen Druck in den Füßen, als ob sie gleich platzen wollen würden, spürte ich besonders des Nachts, wenn mein Körper schon kühler und dichter war als am Tag, und ich aufstand um aufs Klo pinkeln zu gehen. Dies ging nur im Sitzen, denn im stehen baute sich als bald ziemlich viel Druck in den Füßen auf. Und drei Mal dürft ihr raten wo dieser Druck her stammt. Sicher, wenn man in einem Körper wohnt, in dem immer zu vil Druck herrscht, dann merkt man neuen Druck nicht so sehr, schließlich sind ja die Sinne dafür eh betäubt durch das Essen von fast ausschließlich betäubenden Nahrungsmitteln. Ich sag da nur mal: Gewürze, Alkohol, Tabak. Wenn man diesen Dingen, plus zusätzlich den Druckaufbauenden, produzierten Nahrungsmitteln mal für ein paar Monate nur den Rücken kehrt, reinigt sich der Körper von den Rückständen, welche diese in ihm hinterlassen haben, automatisch, und wenn man dann mal wieder etwas davon zu sich nimmt, vorzugsweise auch noch im kalten Winter, wo der Körper natürlicherweise eh immer dichter als im Sommer ist, dann merkt man zu ersten Mal diesen störenden Druck, welcher die Körper unserer Kinder dazu nötigt, viel zu schnell zu wachsen und immer total aufgedreht zu sein. Gebt euren Kinden also doch besser die Früchte der Natur in ihrer rohen Vielfalt zum Essen. Sicherlich bringen diese auch Druck und Wachstum in den Körper des Menschen, jedoch sind diee Audwirkungen dessen viel sanfter und langsamer und bescheren uns deswegen ein längeres Leben. Was schnell wächst, vergeht schnell. Was langsam wächst, bleibt länger da. Die Natur hat uns nur eine bestimmte Anzahl von Atemzügen geschenkt, setzen wir sie richtig ein. ;-)
Gestern trug es sich nun zu, das ich die Ehre hatte auf einem etwas berühmteren Segelschiff ein Gesuch zu haben. Der Name des Kapitäns dieses Schiffes ist Clemens, und das Schiff trägt den Namen Infinity. (http://www.infinityexpeditions.org) Es ist über 37 Meter lang, ein Zweimaster und man kann auf ihr sogar Urlaub machen. So sichert sich Clemens den finanziellen Unterhalt für seine Familie und das Schiff. Außerdem ist Clemens immer interessiert an Projekten die mit Nachhaltigkeit und Naturschutz zu tun hat. Hier nun ein paar Bilder meines dortigen Aufenhaltes.
 










 
Es hat sehr gut getan dort zu sein und all die Geschichten und Informationen zu bekommen. Es hat mich zudem auf die Ideegebracht, das wenn ich eines Tages zurück nach Europa komme, dies auf solch einem Schiff zu tun. Denn diese Erfahrungen... warum soll man sie nicht machen. Doch bis dahin ist es noch ein lang(sam)er Weg.




Nun haben wir es erstmal mit unserem ersten kleinen Boot zu tun, welches wir Duckie getauft haben. Heute werden wir es in Empfang nehmen, und dann beginnen erstmal die Reperatur- und Schönerungsarbeiten und dann wird darauf Segeln gelernt. Dann haben wir endlich ein Boot um zwishen Hunga und Neiafu pendeln zu können und um die wässrige Gegend um die Islands herum etwas erkunden zu können.


In diesem Sinne.

Sonntag, 21. Juni 2015

Hautnahe Erfahrungen


Der Grund warum ich erst jetzt wieder etwas schreibe, ich hatte mir das ja viel früher vorgenommen, ist: Nachdem ich von meinem zweiten Arbeitseinsatz, welcher zum ersten Mal vom Gouverneur bezahlt wurde, wieder zurück war in Zivilisation, musste ich erstmal Konsequent meine Wunden heilen. Mich um mich selbst kümmern. Die lustige Sache dabei ist, all diese Wunden wären viel schneller verheilt, wenn ich der tonganischen Verführung des Fisch essens nicht statt gegeben hätte. So fingen die Wunden erstmal an zu eitern, da mein junger mit Energie gefüllter Körper diese erstmal als Entlastungsventile her nahm. Das schlägt natürlich auch auf die Psyche, wenn man jeden Tag der Heilung, die nur langsam vor ran schreitet, den Herrn und die Mutter um Vergebung bittet, da man seine neuerlich aber testweise mit vollen Bewußtsein gemachten Fehlgänge eingestehen muss um zu lernen und Weisheit anzusammeln, welche vielleicht irgendwann mal mit Wißbegierigen geteilt werden möchte. 
 
In diesen Tagen der Heilung wurde mir auch bewußt, das mein Schleimventil hinter meiner linken Gesichtshälfte, welches vom Kiefer bis zur Nasenhöhle reicht und dessen Austritt sich auch in der linken Nasenhöhle befindet, eine nicht in Heilung gehen könnende Wunde ist, welche einmal vor vielen Jahren entstand, als ich einen Backenzahn verlor, und dessen Wurzel sich entzündete. Diese nicht heilende Wunde hilft mir also bei dem ständigen aber meißt schmerzfreiem Loswerden von Unrat und wird erst ab diesem Tage verheilen, da mein Körper komplett frei von Schleim und Eiterablagerungen ist. Ich muss also zusehen, das ich hier im Königreich zu Potte komme. Das im Jungle eine viel höhere Entschleimungs- und Entgiftungsrate herrscht, muss ich dabei, nehme ich an, nicht mehr erwähnen. Doch wenn man viele Tage alleine im Busch ist, so tut es gut, auch mal andere Menschen zu sehen oder auch mal zu sprechen, und wenn es nur der alltägliche Gruß ist. Am Ende bleibt immer noch das Selbstgespräch oder das mit den Tiern um einen herum. So kommt es mir gar nicht so tragisch vor, alle zwei Tage die paar Kilometer ins Dorf von Hunga Island zu stapfen um am Regenwassertank der dortigen Kirche Trinkwasser abzuzapfen um danach wieder still und heimelich in den Tiefen des Regenwaldes zu entschwinden. Oft komme ich mir dabei tatsächlich wie ein Geist vor. Palangi !!! 
 
So der Name dieses Geistes. Getauft von den tonganischen Einwohnern. Es heißt so viel wie: Weißer Mensch. Nun ja. Mein erster echter Arbeitseinsatz auf Hunga, wo auch ein paar Pa'anga bei rum kommen sollten war wieder mal ein voller Erfolg. Das dies so ist, weiß man aber erst hinterher, wenn man durch die Prüfung hindurch ist. Es galt die Strasse vom „Roadway“ bis zu einem Grundstück her zu stellen. Mitten durch den gnadenlosen Wald. Phil, der für das Projekt „Eco-Island“ den Supervisor Inne hat, veranschlagte dafür max. 10 Tage, wobei wir die ersten 2 Tage eine Manpower von 3 hatten und danach zwei. Geschafft haben wir es in 4 Tagen, wobei mir immer wieder durch den Kopf schoß, das wir (ich) uns damit gewaltig die Norm versauen würden. Denn hier wurde ein fester Betrag pro Tag gezahlt, was mich dennoch nicht daran hinderte immer Vollgas zu geben. Ich wurde dazu erzogen fleißig und meinen Kräften entsprechend nach Vorne zu arbeiten. Die schlechten Gedanken die dann aber manchmal in mir entstehen, zwingen mich aber regelrecht dazu etwas langsamer zu treten. Tu ich es nicht, betraft mich mein Körper regelrecht mit Zwangspause. Ich habe schließlich einer Natur zu folgen. Der Meinen, welche ich in den letzten 5 Jahren erst Neu ent-wickelt habe. 

Und hier im Wald von Hunga ist sie so präsent, wie sie nur sein kann. Gewaltig! Nach zwei Tagen Eingewöhnung bist du in dem Element und die Gespinste des Waldes umweben Dich, in welches Du Dich begeben hast. Ist die Arbeit getan, heißt es wieder hinaus zu gelangen, was abermals eine strenge Umgewöhnung darstellt, was ich jedes Mal merke, wenn ich zurück auf Neiafu bin. Der Hauptinsel dieser Zivilisation, welche Autos vom Schrott fährt und Schweine anbetet und dennoch liebenswert ist, wie es kleine Kinder eben sein können. Schnuggelig! Doch jedes Mal wenn ich vom Boot aufs Festland schreite könnte ich allen hier kräftig in den Arsch treten um dann wieder zurück nach Hunga zu gehen. Aber jedes Mal wenn ich mir das von Neuem eingestehe, bin ich wieder Eins mit diesen Menschen hier. Das macht sich dann darin bemerkbar, das ich neue tonganische Freunde gewinne. Diesmal band ich mich enger zusammen mit Siose (Georg) vom Reyclinghof, welcher mich umgemein an Jermaine Jackson, dem Bruder von Michael, erinnert. Letztes Mal war es eine Ladenbesitzerin in der „Mall“, welche mich jedes Mal, wenn ich dort vorbei komm, mit einem Unterwegskaffee für „so“ beglücken will, oder die alte Dame auf dem Markt, welche genau weiß, was für Früchte ich gerne esse und mir ständig die Reifesten für den halben Preis anbietet, da auch sie dem Irrtum erlegen ist, das diese Früchte schon schlecht sind jedoch ein paar Tricks kennt um außerhalb des Jungles die kleinen Bananen schneller reif werden zu lassen. Denn hier auf Neiafu reifen die viel langsamer als Im Wald. Siose versorgte mich also mit einer gebrauchten Batterie, welche noch gut ist, für meine kleine 80Wp-Solaraanlage, welche ich nun langsam ausbauen kann. Nebenbei wurden wir Freunde. Ein Freund der Tonganer wirst du hier, wenn du diese liebenswerten Knuffel mit Wissen versorgen kannst. Im Gegenzug teilen sie mit Dir ihre Vorräte. In diesem Fall Bananen, Pawpaws (Papaya) und Grünzeug dessen Namen ich nicht aussprechen kann. So bin ich gestern dann mit meinen halbwegs geheilten Wunden am Fuß die 3 Kilometer zum Recyclinghof gelaufen um meine Früchte abzuholen. Auf dem Rückweg hatte ich den starken Willen den Berg hoch allein zu laufen mit den vielen Kilos auf dem Buckel, wünschte mir jedoch ein Taxi herbei und nur wenige Sekunden später hielt neeben mir ein Transporter und ich erkannte den Nachbarn von der anderen Strassenseite, welcher mich frug ob ich ein Taxi gebrauchen könnte. Lächeln stieg ich ins Auto zu seinen Kindern und ihn, er brachte mich die letzten 15 Fußminuten bis zu dem Bootcamp auf Mount Talau. Auch vorgestern war ich bei Siose um die Batterie plus eine gratis Batterie und einen ebenfalls geschenkten dc-dc-converter einzusacken, wo ich ihn nochmal fragen musste ob der von 24Volt zu 12volt ist, was er bejahte. Und auch Morgen steht nochmal ein Besuch bei meinem Freund an, denn da liegen noch etliche Pawpaws herum. Im Gegenzug werde ich Siose mit Wissen und auch gerne mit körperlicher Hilfe versorgen wenn es darum geht seine kleine Solaranlage aufzubauen. Es ist schön, wenn man mit bekommt, das es Tonganer gibt, die lernen wollen. ;-) Man stelle sich auch mal vor, das es hier keinerlei Schulpflicht gibt, obwohl die verschiedenen christl. Kirchen empfehlen, die Kinder zur Schule zu schicken, es aber dennoch kein Hals- und Beinbruch ist, wenn die Eltern das nicht machen. Man hat hier also die Chance, seine Kinder locker vom Hocker selbst ins Leben zu schicken.

Vorgestern waren Phil, Simone und ich uns außerdem noch ein Boot anschauen, was für Rund 3500 Pa'anga, welche der Gov bereitstellen wollte, zum Verkauf stand. Diese Gelegenheit enstand auf Hunga, im Jungle, als wir am Tag der Abreise, nach getaner Arbeit, den Weg zurück zur Lagune angetreten waren. Da kam ein alter Mann Names Sonny auf uns zu und sagte, das er gehört hatte, das wir ein Boot suchen. Außerdem bot er uns ein Häuschen auf Fofoa, einer Nebeninsel von Hunga, auf welcher schwedisches Gold vergraben sein soll, an. Als der Gov jedoch die Bilder des Bootes sah, platzte er damit heraus, das er uns noch eine Weile braucht und nicht will, das wir ertrinken. In der Tat hatte ich bei Besichtigung dieses Bootes ein geteiltes Gefühl, welches danach verlangte, damit erstmal eine Runde im Wasser zu drehen, was aber bis jetzt noch nicht geschehen ist, da dieses Boot eine halbe Autostunde entfernt bei Holeva auf Anker lag, und erst noch in den Hafen von Neiafu gebracht wird, wenn die See, welche durch den schon Wochenlang anhaltenden Sturm sehr aufgebracht ist, wieder ruhiger wird. Mit ein paar Um- und Anbauten könnte man dieses Boot aber tatsächlich stärker und unsinkbarer machen. Das Wasser zwischen den Inseln kann manchmal sehr tückisch und wild sein. Das habe ich nun schon 2 Mal mitbekommen. Und in einem größeren Boot- welches man ja auch etwas „pimpen“ könnte, würde man sich tatsächlich sicherer fühlen. 

Der Gov muss es schließlich wissen, der ist schon länger als wir ein Insulaner. Außerdem brachte er uns bei, das etwas Faul sein muss an dem Boot, wenns von einem Tonganer verkauft wird. Für die sind ihre Boote nämlich Heilig, solange bis es nix mehr taugt, und wenn man sich die Autos hier anschaut, und wie sie damit umgehen (unpfleglich), dann wird mir dabei auch wieder Einiges klar. Nur Gut, das wir Mitteleuropäer da etwas anders (pfleglicher) im Denken sind. Bis wir jedoch ein anderes Boot besichtigen können, wird noch etwas Zeit ins Land gehen, da der Gov deshalb noch auf einen „Palangi“ aus Australien wartet, welcher in naher Zukunft erst hier eintrudeln wird. Gestern war ich bei Helen, der First Lady und erfrug ob denn schon ein Paket über DHL hier eingetrudelt ist, und ja...tatsächlich liegt Eines in ihrer P.O.Box welches sie am Montag für mich abholt und mir bringt. Ich danke meiner Mama vom ganzen Herzen, das sie dieses Paket vor knapp 5 Wochen auf die Reise schickte. Sie ist immer in meinem Herzen, wie auch der Rest meiner Familie. Heute ist Sonntag, der 21. Juni und ich faste, da die Bananen eh noch nich reif sind. Nicht lange und ich bin wieder auf Hunga. Doch jetzt heißt es die Seele baumeln lassen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Meine ganz private Jungleodysee oder wie man sich neue Bewohner zulegt

Donnerstgag, der 04. Juni 2015


Es ist Nachmittags und Kaffeezeit. Ich sitze im Schneidersitz auf dem kühlen Boden des vorletzten Hauses vorm Mount Talau. Simone steht über mir, bewaffnet mit einer Tasse Wasser und einem Flohkamm. Jetzt kann sich sicher jeder vorstellen welche Lebewesen mich kürzlich als ihren Gott akzeptiert haben. Immer Abends, und das die letzten Tage spürte ich ihre Anwesenheit besonders stark und musste sie gedanklich zurechtweisen, nicht all zu viel Lärm zu machen, denn auch ein Gott braucht seinen wohl verdienten Schlaf. ;-) 



Doch gehen wir ein wenig in der Zeit zurück, Götter können ja Zeitreisen, haha. Es trug sich zu am 03. Juni das ich mich früh, kurz vor Sonnenaufgang auf und davon machte um dem Jungle nach 2 Wochen zu entflüchten. Diese zwei Wochen, in denen ich mich völlig allein im Ur(Regen)Wald von Hunga Island befand, waren eine gänzlich neue Erfahrung mit vielen neuen Erlebnissen und Gefühlen. So viele, das es ich es nicht schaffen werde, sie in diesem Texte alle zu beschreiben, da ich mir mit dem Schreiben dieses Textes eine Tagesaufgabe geschaffen habe und diesen Tag nicht überschreiten möchte. So sollen dann auch die Bilder für sich sprechen.

auf dem Weg zu Avalon in den Tiefen des Waldes.
Vorbei an etwas lichteren Gefilden,
 Ich erinnere mich, es war der 21. Mai, an welchem, nach einigen Tagen Wartezeit, kurz nach Mittag, überraschend ein Boot aus Hunga von mir gesichtet wurde. Kurzerhand wurde alles nötige eilig gepackt, um dann schnellstens zum Hafen runter zu laufen, und das im Eileschritt, weil ich nicht wußte, wie lange das Boot dort verweilen würde. Manchmal sind es nur wenige Stunden, da die Hunganer mal wieder eine Shoppingtour nötig haben, manchmal ist es auch ein halber Tag. Eine halbe Stunde nach Ankunft des Bootes im Hafen, kam auch ich dort an um zu erfragen, wann der hölzerne Kahn wieder zurück in den Jungle starten würde. Eine nettere ältere Dame kam mit mir ins Gespräch. Sie teilte mir mit, das ich gar nicht lange zu warten brauch und so deckte ich mich auf dem nahe liegenden Markt schnell noch bin einigen Bananen ein um eine knappe halbe Stunde später im Boot nach Hunga Bananen essend den Hafen von Neiafu zu verlassen.
Hundertundachtzig Minuten später kamen wir, die anderen Passagiere und ich, in der Lagune von Hunga an. Es waren noch ca. zwei Stunden bis Sonnenuntergang, also noch genug Zeit bis zu den Grundstücken zu kommen und sich einzuquartieren. Also erstmal einen strammen Stundenmarsch mit Zwanzig Kilogramm Gepäck hingelegt um völlig Schweißgebadet aber glücklich im von Salzluft erfüllten Regenwald von Hunga anzukommen. Da lag es nun, Avalon, auch bekannt als Plot 47. Wartend auf seinen Umstrukturierer. 

Es war wichtig für mich vorm Grundstück zu kampieren, um immer ganz nah bei Avalon zu sein. Seine Atmosphäre mit jedem Atemzug einzusaugen und mit jedem Ausatmen mehr und mehr ein Teil davon zu werden. Die schönsten Vögel machten die nervigsten Laute und die häßlichsten Vögel die schönste Musik. Das ist lebendige Natur und mir wurde bewußt das man hier nur behutsam und wohl überlegt ins Kräftespiel der Madame einzugreifen hat, dennoch stets im Kopf zu behalten, hier eines Tages hochfrequentierter zu residieren. So schmiedete ich an diesem Abend noch einen Plan, wobei ich wußte, das der größte Teil dessen durch meine intuitive Handlung korumpiert werden würde. Denn ich bin ein Mensch, der erst viel beobachtet um dann diese Beobachtungen und gewonnenen Eindrücke zu verwenden um nach Vorn zu handeln, automatisch sozusagen. Nach einigen Handlungen muss ich mich dann immer fragen, welcher Eindruck wohl dafür verantwortlich ist.
 Am ersten Tag beobachtete ich also den Lauf der Sonne gründlich um dementsprechend das Unterholz herauszunehmen. Dabei fiel mir auf, das es hier im Regenwald von Hunga eine gründlich dicke Schicht von Mulch und darunter Humuserde gab. Ingesamt ca. 15-20 cm. Darunter fing dann die berühmte Lehm- und Tonschicht an. Die Humuserde wird größenteils durch das Vorhandensein eines dichten Wurzelwerks der Lianengewächse zusammengehalten und nach einer Regenzeit sind diese auch dafür verantwortlich, das die Feuchtigkeit länger in der Humuswelt verweilt, obwohl sie, ganz nebenbei erwähnt, selbst einiges an Wasser für sich beanspruchen.
In der ersten Woche, bis zu den überraschenden 3 Regentagen, „säuberte“ ich so knapp über 60 Prozent des ca. 750qm großen Grundstücks vom Unterholz. Ganz junge, kleine Pflanzen lies ich stehen, nur das Jahresholz holte ich hinaus. Holz von solcher Größe, damit es durch Früchte tragende Pflanzen ersetzt werden könne. Die größeren Bäume, alles was über 15 Zentimeter Stammdurchmesser ging, wollte ich erstmal stehen lassen. Etwas vorwärts arbeiten, wieder beobachten, Tag für Tag, alle Sinne mit der Umgebung verknüpft. 


Mehr Werkzeug braucht es auch nicht
leichte Auslichtungsarbeiten in den ersten Tagen
War das eine einmalige Erfahrung für mich?? Besonders als dann der erste Regentag über Hunga herfiel. Es schüttete aus Eimern, so als wolle es nie wieder aufhören. Ich wurde dazu verdonnert Schutz in meiner provisorischen Behausung zu suchen und die Zeit abzuwarten. Eine gar nicht leichte Übung wenn man kurz vorher noch ordentlich in Arbeit stand. Und dann hörte es einfach nicht mehr auf. Am zweiten Tag gesellte sich dann noch ein Sturm mit harschem Ostwind dazu, der allerlei Geässt und Blattwerk von oben herunterfielen ließ. Auch den alten Eisenholz im Dorf der Ha'apeianer an der Lagune riss es nieder, hier war dann allerdings ein starker Blitz für verantwortlich. Wieder mal ein Beweis dafür, das Blitze nur da einschlagen wo kein Wald mehr ist und vereinzeln nur ein paar große Mangobaumriesen und diese alt anmutenden Bäume, welche ich Eisenholz taufte, da ihr Holz hart wie Eisen ist.


Meißte Zeit im Zelt bei ...

... 40 Stunden Unwetter.
Gerade während dieser Regentage schlug ich die Bäume, welche meinem ersten Haus auf Avalon als Pfosten dienen sollen, und so war das entrinden dieser zum Glück ein etwas leichteres Ding, als es dann jedoch wieder trockener wurde und auch die Sonne wieder es Öfteren anwesend war, wurde es zunehmend schwerer, was jedoch kein Problem darstellte, denn an den trockenen Tagen sind eben Südwind und Sonne dafür verantwortlich, das jede Arbeit nicht zum Schweiße führt, da jeder Körper im Urwald effektiv gekühlt wird. Dennoch sollte man genug Wassser trinken. Denn das man nicht schwitzt, bedeutet nicht, das man nichts von sich gibt (man strahlt immer etwas in den Raum um sich herum ab).
Während der Regentage, als ich absolut nur herummsitzen konnte, bekam ich dann auch noch so etwas wie doppeltes Heimweh. Einmal ein Heimweh zurück zu Philippe und Simone und ein zweites zurück zu meiner Mama nach Deutschland, zu meinem Vater und zu einigen meiner engsten Freunde, welche ich zurück ließ. An diesem Tage hatte ich den schwersten Kampf auszufechten. Einmal über Ego nach Herz und zurück! Am Sonntag, dem 31. Mai, dann als das Wetter wieder ein gutes Arbeitswetter war und die Arbeit leicht von der Hand ging merkte ich jedoch allmählich sowas wie eine Erschöpfung, da ich jeden Tag von Sonnenaufgang biss Sonnenuntergang am bewegen und arbeiten war. Es trug sich auch an diesem Tage zu, das ich von diesem an nur noch, und wirklich nur noch Kokosnüsse hatte um etwas zum Kauen zu haben. 
die Stämme für die späteren Pfosten

Kein Kaffee mehr, keinen braunen Zucker. Keine Früchte, nix, absolut nur noch Kokosnüsse und jene dieser, welche schon gekeimt waren und in ihrem Innern diese leckere Zuckerwatte hergestellt hatten, waren schwer, und nur nach einigem Fußmarsche zu finden. In dem Moment, wo ich diesen Text hier schreibe, sehe ich zu, das ich die restigen Nicobewohner aus meinem Haar heraus bekomme. Die letzten Tage im Jungle grub sich nir auch schon der Gedanke ein, ob es wohl gut wäre, selbst irgendwann eine Pflanze in diesem harrschen Wald zu werden? Der Gedanke ist immer noch da und war besonders stark, als ich Hunga Gestern verließ, im Hafen von Neiafu ankam, und mir alles so fremd vorkam, und das nur schon nach zwei Wochen. Und das hatte für mich wirklich starke Ausagekraft. Ich bin gespannt wann meine Sehnsucht nach dieser Insel wieder ins Unermessliche steigt. Ich darf jedoch nich zu lange warten. Nur so lange bis meine Kräfte wieder voll hergestellt sind und ich wieder das Gefühl habe „zivilisierter“ zu sein.
Kraft meiner Intuition lernte ich ich den Tagen, allein im Urwald, wie ein Kind bestimmte Dinge. Und dabei registrierte ich im vollen geistigen Besitz diese Prozesse in mir. Erst fühlte ich es, wie es als Kind war, und dann machte es mein Körper, und durch diese Handlung und ihre ständige Wiederholung erlernte ich vergessenes wieder Neu. Das ist das wunderbarste und man denkt wirklich erstmal: Ist das alles echt in mir drinn gewesen oder hat mir das die Madame Natur mit geteilt. Will sie mich denn wirklich dort haben? Bin ich willkommen? Werde ich weiterhin mit den Menschen hier in dieser wachsenden Gemeinschaft gut klarkommen? Wann werde ich anfangen müssen Früchte zu stehlen oder wann werde ich als Wasser-essender Dunkelkeimer nicht mehr aus den Urwald heraus kommen wollen? 


Ich taufe Dich ...
... seine Majestät. Entdeckte ich Dich nur unweit von Avalon.



















Ich mag die Sonne wirklich, ab und zu auch direkt, jedoch verdonnert mich der Urwald regelrecht zum Bananen, Papaya- und Kokosnussesser. Irgendwo her muss die Energie kommen, die aber jeder Baum des Waldes wieder von mir absaugt. Hier spüre ich es nach jeder Kunst der Regel. In den knapp zwei Wochen sind meine Oberarme gewachsen, wie sie sonst drei Monate brauchten im Fitnesscenter in Deutschland. Und das nur bei Kokosnüssen, Bananen und Papaya und dem Wasser, was vom Himmel fällt. Ich kann euch hiermit aber auch mitteilen, das dieses Wachstum aber auch mit Schmerzen verbunden war. Jeden Morgen kamen sie und auch meine Finger schliefen wieder ein, wenn mein Körper am Kühlsten war. Nach einem morgendlichen leichten Workout, um in die Arbeit ermöglichende Temperatur meines Körpers zu kommen, jedoch verschwanden diese Symptome. Manchmal wünsche ich mir meine Änderungen am Körper wären mit weniger Schmerzen verbunden. Egal ob das nun meine rechte Seite des Rückens ist, dessen Probleme durch ein Fehlwachstum, hervorgerufen durch das zu langsame wachsen meines rechten Beines, von Skelettmuskulatur, was zu einer Fehlstellung des Beckens und Somit der Wirbelsäule führte, im Kindesalter her stammt. Ich habe es schon wieder halbwegs hinbiegen können durch viel Bewegung, bessere Ernährung und QiGong. Verfalle ich jedoch für einige Zeit, und seien es nur 1-2 Wochen in alte Verhaltensweisen zurück, also keine Bewegung, Scheiße fressend meine Dehnübungen zu vergessen, und ich dann wieder wiedermals den Zingerfeig Gottes bekomme um dann abermals in bessere „Behaviours“ zu kommen, sowas fällt zum Glück nicht schwer, kommen die Entrümpelungs- und Entgiftungserscheinungen wieder da hin wo sie gern Platz nehmen. Ich frag mich auch manchmal, wie oft ich diese Zyklen noch durch machen muss? Ich habe zur Notiz genommen das oft in Wechsel der gewöhnten Umgebung dafür Verantwortlich ist. Und das will ich nun hinbekommen. Ich hab ja nun reichlich die Chance dazu. :-)

Holter die Polter
 Am letzten Tag, bevor ich den letzten Baumstamm schälte, baute ich intuitiv eine Polter, so nennt es wohl der Fachmann, in meinem Freundeskreis gibt es so jemanden, um das Stämme zum Trocknen zu lagern. Das war am Dienstag. Mein erstes Jäuslein im Urwald werde ich in den Grundmauern den Riss einer Bienenwabe gebe mit einem überstehnendem leicht nach Süden geneigten Dach, und auch diesen Dach soll, wie die Seitenwände lebendig und Gründ werden. Ich erhoffe mir vom Dach so, das das Regenwasser gleich gefiltert in die Rinne und dann in den eiförmigen, tönernen unterirdischen Tank läuft, vielleicht wird auch nochmal ein Nachfilter mit purem Kohlenstoff (so was wie Holzkohle) nötig, um nachzufiltern. Mag sein, da der auch noch eine Schichte Sand dazu bekommt. Erst machen, schauen und dann modifizieren. Auf jeden Fall muss ich dafür Sorge tragen, das der Innenraum während der Regenzeit trocken sein kann, um mich darin aufzuhalten – ohne die vielen Moskitos. Vielleicht hat ja jemand noch Tips dazu. Morgen werde ich mal versuchen meinen Internetzugang wieder zum Laufen zu bekommen, Digicell hat mir 15 Euro unterschlagen und will sie nichht mehr herausgeben, und ein Video der bisher aktuell gemachten Filmschnipsel zusammenzuschustern, welches es dann auf dem Youtubekanal von Mensch und Natur zum anschauen geben wird. Mit diesen Gedanken Ende ich nun und lasse einige restige Bilder Bände sprechen. Ich wünsche Euch alles Gute und noch viel Mehr. Euer Nico Siegfriedssohn. 



"The Rock" - Hunga Island, Nordseite - Avalon befindet sich auf der entgegengesetzten Südseite.

Riecht wie Ananas, ist es aber nicht.

Sogar auf Felsen wächst hier die härteste Pflanze



Das bemerkenswerte Wurzelwerk der hauptsächlich vertretenen Urwaldbäume hier.

Einen Guten Abend auf Hunga Island - Avalon

Donnerstag, 21. Mai 2015

Hungaboot, Schreiben für den Zeitvertreib und rülpsende Vulkane

Donnerstag, 21. Mai 2015

Donnerstag Morgen und immer noch kein Boot von Hunga Island in Sicht. Man ist auf Gedeih und Verderb dem Lebenswandel dieser Dorfbewohner ausgesetzt. Gestern kam kein Boot. Und bis jetzt war unser Aussschau halten nich von Erfolg gekrönt. Phil hadert mit sich, da er nächsten Montag, spätestens Dienstag neue Gemeinschaftsmitglieder empfangen muss. Da lohnt es sich nicht für 2 Tage nach Hunga zu gehen. Also falls heute kein Boot kommt bleibt er dann gleich hier. In mir jedoch brennt der Wunsch so schnell wie möglich über zu fahren um eins zu werden mit dem Busch. Wenn nicht heute, dann morgen oder am Wochenende. Jeden vormittag wird Ausschau gehalten. Und wenn ein Boot kommen sollte, dann gehts zu Fuß zum 20 Minuten entfernten Hafen um die Abfahrtszeit zu erfragen.




Dann werde ich mit den bisherigen Besorgungen sofort überfahren und im Buschcamp weilen und dort meine nötigen Arbeiten verrichten. Bis es soweit ist tröste ich mich mit dem Schreiben von neuen mahnenden und aufklärenden Texten für den "Mensch und Natur"-Blog. Das Wetter ist momentan sehr inspirativ.

Heute morgen habe ich mal meine Finanzen gecheckt und von den knapp neunhundert Euro Startkapital sind nach der letzten Baumarkttour nun noch gut dreihundert Taler übrig. Dafür habe ich nun alles was ich erstmal brauche.

  • Eine große Plane
  • Ein Beil
  • Seile
  • Eimer
  • Transportbox
  • Feile für das Schärfen von Macheten
  • Macheten
  • Axt
  • Nägel
  • Hammer
  • Batterie für die kleine 80Watt-Solaranlage
  • Klopapier

fragt besser nicht nach den Preisen. Es ist auf jeden Fall nicht günstiger als in deutschen Baumärkten, eher teurer.

Mein Arbeitsvisa, welches für 1 Jahr Gültigkeit besitzt hat mich auch 335 Pa'anga (150 Euro) gekostet, wobei ich das schonmal von Deutschland aus bezahlt hatte an meine Freund hier, bei welchen ich dieses Geld jedoch nun noch Gut habe. Wenn ich also mal Lebensmittel brauche, sind sie für mich da. Mehr ist erstmal in naher Zukunft nicht nötig. Das heißt nun das ab heute noch strengeres Haushalten angesagt ist. Im Busch braucht man eh kein Geld. Da nimmt man was man von Madame Natur bekommt. ;-)  Das ist gut so. Das ist natürlich. Ich sehe hoffnungsvoll in die Zukunft. Nur hier in der Zivilisations braucht man Geld für das Beschaffen von Nahrung und elektrischem Strom. Da habe ich mich natürlich an der letzten Rechnung beteiligt. wie es in der hinterwelt so üblich ist, kommt der elektrische Strom hier ganz Paradebeispielmäßig aus Generatoren die von Dieselmotoren angetrieben werden. Puh! Die KwH kostet hier nicht etwa weniger als in deutschen Breitengraden sondern sogar ganz genau gesehen ein klein wenig mehr (um die 40 Eurocent)




Da bin ich froh das ich nun auch diesbezüglich etwas autarker bin, da meine eigene kleine Solaranlage nun Strom für den Laptop und das Licht bereitstellt. Ich bete, das sie dies lange tun wird. Auch später im Busch. Wenn ihr an dieser Stelle in der nächsten Zeit nicht viel von mir hört, wisst ihr, das ich im Jungle bin und das mache wofür ich schließlich hergekommen bin.

Alles Gute
Nico


ps.: Gestern Nachmittag hatte ich das erste Erdbeben am eigenen Leib miterlebt. Stärke 2-3. Und ja ... es gibt in der Nähe einen Vulkan der ab und zu mal ein wenig rülpst. ;-)

Mittwoch, 20. Mai 2015

Alte und Neue Gefühle

Mittwoch, der 20. April 2015

Heute gehts wieder schnurstracks zurück in den Busch. Oh man, wie ich mich freue. In diesem viel zu großen und doch zu eng beschaffenen Haus halt ich es bei Leibe nicht lange aus. Ich mag es gar nicht wenn sich zwei in Liebe befindlichen Menschen im Streite auseinanersetzen. Das gibt Töne und Schwingungen die mir Gänsehaut machen. Eine Gänsehaut, die mich daran erinnert, wie ich selbst einmal mit anderen Menschen, welche ich liebte und immer noch liebe, umgesprungen bin. Die Schatten der Vergangenheit sozusagen. Da wird einem selbst Einiges immer mehr immer klarer. Mmmhhh... vielleicht soll es auch so sein, mit einem neuen Bewußtsein die Dinge von damals nochmals zu betrachten. Wer weiß? Gerade mache ich ein kleines Frühstück und gehe in Gedanken nochmal durch, was alles im Rucksack landet und was ich noch nicht mit rüber nehme. Gestern war ich mir der wirklich wenig Worte verlierenden und trotzdem sehr präsenten First Lady auf Einkaufstour. Ich sage besser Besorgungstour. Das Wort Einkauf hat mir zu sehr mit Konsum zu tun, und da ich hier wirklich jeden Seniti 2mal umdrehen muss und zusehe, was brauche ich wirklich dringend und was nicht, hat das rein gar nichts mit Konsum zu tun. Ich habe also Dinge besorgt ohne die es nicht funktionieren wird. Ein Beil, eine Plane, 2 Seile, eine Feile um die Macheten scharf zu halten, einen Eimer und eine Transportbox, alles für den Busch. Einige noch grüne Papayas und Bananen die im Busch reifen dürfen, das geht dort ziemlich flott, dem Klima sei Dank.

Heute Abend (lokale Zeit) bin ich dann hoffentlich wieder dort wo ich am liebsten bin. In der Natur, ein Wald der noch wirklich und so richtig lebt und arbeitet, miteinander harmoniert. Vorbei an Einwohnern des Dorfes die noch mehr in der Natur leben anstatt mit ihr, weil sie noch nicht alles verstanden haben. Man könnte sie leicht in richtige Wege lenken, wenn man vorher Freundschaft schliessen würde. Es gefällt mir z.B. gar nicht, das die Japaner den Dorfeinwohnern auf Hunga Solarpanele geschenkt haben, nur um an deren Stimme für das Walfangkomitee zu bekommen. Mit Kindern kann man das ja machen?? Das erinnert mich an die Spanier, die den Einwohnern von Mittelamerika mit dummsinnigen Geschenken ähnliche Stimmen entlockt haben. 

Diesmal werde ich länger auf Hunga bleiben, da ich dann eine gewisse Zeit mit mir und der Natur bin, da meine Kollegen nur eine knappe Woche bleiben werden. So habe ich mehr Zeit zum nachdenken, zum sinnieren und zum in und mit der Natur zu sein. Darauf freue ich mich: auf das Gestalten, auf die ausgedehnten Wanderungen quer durch den Jungle und was mein Körper und Geist dabei alles völlig automatisch lernen werden.

So ihr lieben Menschen in Europa. Phil und ich werden jetzt mal runter in den Hafen laufen und fragen wann das nächste Boot nach Hunga fährt.

Ach übrigens, bei gestrigen Gesprächen, welche sehr Gefühlvoll waren, mit dem Gouverneur Fulivai, wurde beschlossenen, das wir unser eigenes kleines Boot bekommen werden. Ein kleines Trimaran, welches wir ausbauen können. Hoffen wir, das die tonganische Zeit diesmal etwas präziser tickt. Sicherlich ist s auch von Vorteil, den Herren wirklich des Öfteren an seine Versprechungen zu erinnern. Und um größere Sachen zu transportieren wird Fulivai uns eins seiner Boote leihen, mit oder ohne Fahrer, das weiß ich nicht genau. Übrigens hat dieses Gespräch mit dieser "tonganischen Eiche", welche sich immer wieder wundert wie leicht ich bin, mir sehr geholfen, dem Gouverneur von Vava'u viel viel näher zu kommen, denn bei mir läuft das alles nicht nur über Worte, mehr über das Gefühl und die entweder negativen oder positiven Gedanken, welche dabei entstehen.

In diesem Sinne. Alles Gute.

Montag, 18. Mai 2015

Einmal Hin und Zurück

Montag, 18. Mai 2015

Es ist ein kühler Montag morgen und ich befinde mich vor meinem Notebook im Bootcamp. Ich möchte einen Text schreiben der kurz und bündig ist, aber auch ein wenig Inhalt bietet. Letzten Dienstag war es soweit. Es war abgemachte Sache irgendwie nach Hunga Island überzuschiffen. Eigentlich fahren jeden Tag kleine Boote zwischen Neiafu, der Hauptinsel von Vava'u, und Hunga Island. Man weiß nur nicht so genau wann. Fragt man einen Fährmann von Hunga, welcher gerade im Hafen von Neiafu Station gemacht hat, wann sein Boot fährt bekommt man folgende Antwort: "Maybe 6 a'Clock". Dann weiß man jedenfalls schonmal, das es nicht genau um 18 Uhr sein wird, wenn dieses Boot startet. So war es auch an diesem Abend, an welchem wir schließlich um ca. 19 Uhr mit dem Boot Richtung Hunga ablegten, wobei unsere Prognosen weit dahinter lagen. Die Tonganer sind im Allgemeinen dafür Bekannt, es mit der Zeit, welche auf jede Uhr angezeigt wird, nicht so genau zu nehmen. Sie folgen viel mehr ihrem Bauchgefühl, was scheinbar auch sehr viel mit dem Stand der Sonne zu tun hat. Auch kein Wunder, der Herr imm Himmel schickt hier ohne Gnade sein Feuer bis zum ausgedürrten Boden der Tatsachen. Zumindest ist es hier in den Städten so. Auch kaum verwunderlich, denn es fehlt ja der Wald, welcher jedoch auf Hunga noch Vollends erhalten ist. 145 Minuten später sid wir in der Laguna in Hunga angekommen. Es war schon Stockefinster, also Tadschenlampen raus und nochmal eine knappe Stunde durch den Busch Richtung Norden zu unseren Plots, welche sich auf der nördlichsten Spitze, bei welcher Hunga-Island einen Knicks nach Osten macht, befinden. Während es sich mein Freund Phil und der tonganische Arbeiter Lenny in ihren Zelten bequem machen, bereite ich meinen Schlafplatz unter freie Himmel vor. Nur eine dünne Yogamatte und ein Schlafsack auf einem Bett aus Laub dienen mir für diese Nacht als Unterlage. Ich schlafe Nackt unter freiem Himmel. Morgens um 4 Uhr fängt es ein wenig an zu regnen und ich verdrücke mich besser unter das Vorzelt von Phils Schlafgemach. Um 6 Uhr, beim ersten Vogelgezwitscher bin ich Hellwach, obwohl ich nicht viel geschlafen habe. Wie auch, bei all den vielen Eindrücken, welche meine Ohren einfangen. Meine Freunde sind erst viel später wach.

An diesem ersten Tag werden erstmal Kampfpläne erstellt und ich werde meinem Plot vorgestellt. das Stückchen Land, ein Teil der Gemeinschaft, welches mir später einmal Wohnort und Garten sein wird. Davor schlage ich mein provisorisches Lager auf, bestehend aus einem kleinen Zwei-Mann-Zelt und einigen Habseeligkeiten meinerseits. Eben das Wichtigste für die ersten Tage im Jungle. Zum reden treffen wir uns im Hauptcamp, welches ein wenig weiter weg schon seit einigen Monaten dort aufgebaut ist. Dort entsteht auch ein kleines Haus für Phil und seine kleine Familie.








Es wird gebaut aus sog. "Earthbags" und es wird dabei auf vorhandene Resourcen zurück gegriffen. Dinge die eben von der Natur in der näheren Umgebung geboten werden. In weiser Entscheidung wird beim "nehmen" dieser Resourcen schon weit voraus geplant. Zu Beispiel wird die Grube, welche beim entnehmen der sehr tonhaltigen Erde entsteht, später als etwas Nützliches verwendet. Die Pläne sind vielfaltig. Entweder als Brunnen oder als Gefäß für eine Zisterne, wobei ich sagen muss, das diese Pläne nicht auf meinem Mist gewachsen sind ich jedoch hier auch versuche bei Fragen, mit Rat zur Seite zu stehen. Wo ich am ersten Arbeitstag noch Ton in Eimern umherschleppe, gefiel mir die Arbeit, die Grube weiter zu gestalten und Aushub zu produzieren schon viel besser. Warum fragt Ihr Euch? Es ist monotone, aber eintaktbare Arbeit, welche meinen Körper mit viel Bewegung versorgt, so das er heilen und wachsen kann. Hier im Busch lerne ich auch wieder, viel mehr Wasser zu trinken, als ich es vorher tat. Ich habe nämlich festgestellt, das wenn man sich hauptsählich von Früchten ernährt, man nicht mehr sehr viel Wasser trinkt. Doch bei dieser Arbeit hier und dem neuen Jungleklima, kommst Du nicht drum herum, den Körper ausreichend mit Wasser zu versorgen. Der erste Tag war warm und verregnet. der Zweite Tag Sonnig und windig, welch eine Wohltat, aber der dritte Tag hatte es in sich. Kein Wind, Wechselhaft in Wolken und Sonnenschein. Die Luft im Wald steht! Schwül ist es. Mosquitowetter. Ich zähle heute etwa 100 Stiche an meinen Beinen, Knieabwärts wobei es heute nicht mehr großartig juckt. Auch so haben sie nicht allzusehr gestört, diese kleinen Junglemücken. Hab es mir schlimmer vorgestellt, wobei das Reden von Menschen, die viel ärgere Erfahrungen gemacht haben, auch reine Rolle spielt. Davor ist man eben nicht gefeit. Ich will ja niemandem dem Mund verbieten sondern mein Ohr für eine kurz Zeit leihen, damit man sich aus sich selbst reden kann. 
 




Im Jungle, wo in mittelbarer Arbeit einmal Avalon enstehen wird
Es war der allererste Tag, noch ein Tag der Eingewöhnung, an welchem wir noch nicht am Haus gearbeitet haben. Phil und Lenny gingen an diesem Tag ins Dorf an der Lagune um Wassaer zu holen, während ich mein Zelt aufschlug und meinen mir anvertrauten Plot das erste Mal ein Augenschein nahm. Ein wunderbarer Wald, bei dessen Betrachtung auch sofort die ersten Ideen und Pläne in den Kopf schossen. Dem Schatten spendenden Blätterdach, welches ausreichend Schutz vor dem Schlag des Herren aus dem Himmel hinab schützte, sei Dank. Ich bahnte mir also an der Westgrenze meinen Weg durchs Unterholz bis an die Küste, an welcher ich auch sofort intuitiv einen sehr schönes Aussichtsplatz entdeckte. Dessen Lage bot auch die Gelegenheit einer sehr geringen Empfangbarkeit (ca. 40%) des örtlichen Mobilfunkanbieters Digicel und dies sogar auf dem 3G-Band, was mir später die Gelegenheit geben wird, mit meinen Liebsten in Europa ab und zu Gedanken und Gefühle über den Äther austauschen zu können. Ansonsten ist der Jungle frei von dieser Strahlung, was sich in einem Körper, der Dieser sonst immer stark ausgesetzt war, sofort bemerkbar macht.


Panoramaussicht von der Küstenplattform Avalons aus.

Hier nisten Vögel an der Küste im klüften Korallenfelsen

Lange will ich nicht in dem Zelt schlafen, denn das macht mich nicht sonderbar glücklich, soweit man diese Gefühlsbeschreibung dafür benutzn kann. Das erste was mir also im Kopfe war, ist die Idee eines Shelters, welches sich später auch zu einer größeren Behausung ausbauen lässt. Doch an dieser Stelle will ich davon noch nicht allzuviel preisgeben. Ich kann nur soviel sagen, das es nicht das endgültige Haus sein wird, da es dann mehr als Gästezimmer herhalten wird. Für meine Wenigkeit benötige ich doch nur ein ungewöhnliches eiförmiges Hauslein, in dessen Mitte einmal ein großer und starker Baum wachsen wird. Aber ich kann sagen, das ich im Osten des Plots anfangen werde, in meiner freien Zeit, zu gestalten um mich dann weiter nach Westen auszubreiten. 

Dieser Kokosnusskeimling wird später mal ein großer Baum auf Avalon sein.

Ein Mangobaum, kann sehr groß, stark und alt werden, auch er fand Platz in Avalon

Ein paar der ersten Bäume haben ich am letzten Tag unseres Aufenthaltes auf Hunga ebenfalls schon gesetzt. Einen Kokosnussbaum und einen Mangobaum. Papayabäume umzusetzen, wenn sie noch sehr klein sind, hat keinen Sinn, sie werden es nicht überleben, da sie dann noch nicht Robust genug sind. Beim Mangobaum und dem Kokosnussakeimling wird s dieses Problem jedoch nicht geben, da sie von Anfang an sehr widerstandsfähig sind.
Zum Schluss noch ein Tipp aus meinem neuen Wissenschatz, welchen ich anreichen konnte während meines Aufenthaltes dort. Die Innereien der Kokosnuss verspeist man natürlich gesehen am besten nur dann, wenn die Kokosnuss begonnen hat zu keimen, und der grüne Keimling so eine Größe von etwa 5 cm hat und vielleicht ein bis zwei Wurzeln. Warum? Weil dann die Bakterien im Inneren der Nuss damit begonnen haben, das ganze Fett und die Keimflüssigkeit der Nuss in pure Zuckerwatte umzuwandeln. Buschcandy sozusagen. Und um diese Zuckerwatte zu benützn, braucht unser Körper keine eigene Energie mehr aufwenden. Warum? Weil unser Körper unter großer Energieanstrengung sonst immer erst das ganze Fett umwandeln muss in Zuker (Glucose- organischer Kohlenstoff), denn dies ist er einzige sinnvolle Baustoff, denn unser Körper assimilieren kann um zu arbeiten und sich ggf zu reparieren. Jede unreife Frucht, die wir essen, muss in unseren Verdauungsstem erst aufwendig von unseren eigenen Bakterien in organisch verfügbaren Kohlenstoff umgewandelt werden. Und dafür brauchen die kleinen Arbeiter massig Energie, welche sie unserem Körper entnehmen. Ist eine ganz einfache Rechung. Ebenso muss unser Körper Energie aufwenden bei produzierter Nahrung, wobei diese auch noch Nagturfremd ist, und bei grünem Gemüse, welches durch seine Beschaffenheit jedoch die Eigenschaft für unseren Körper bietet, diesem bei einem Energieüberschuss, diese Energie zu nehmen, was wiederum nützlich sein kann für mehr geistige Regbarkeit. Das gleich gilt ja ebenfalls für Wasser welches aus dem Grund kommt und ebenfalls gilt dies für eine leichte aus Süden gerichtete Meeresbrise, welche unsere Körper auch in diesen Breiengraden hier wunderbar und ganz lieb und sache den Energieüberschuss nimmt. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern viel Gutes und verbleibe bis zum nächsten Mal.