Donnerstag, 14. Juli 2016

Dichte, leichte Körper und Nein-Sager

15.06.2016

Wer meinen Youtube - Kanal "Mensch und Natur" bisher aufmerksam verfolgt hat weiß um mich und meine Sache. Wer ebenfalls mein Blog http://mun-neuewelt.blogspot.com verfolgt kennt meine Geschichte hier im Königreich Tonga. Warum ich hergekommen bin, was mich hat stranden lassen um mich meiner Sache näher zu bringen, als je gedacht.
Nun trug es sich zu das eine Internetbekannschaft, welche sich scheinbar ewig nicht gesorgt um mich hat, dies jetzt tut. Wobei ich mich frage ob sie aufmerksam genug war. Viele Menschen sind sehr oberflächlich und meistens Sorgen Sie sich aufmerksam um ihr Profil. Jedenfalls weiß ich immer noch nicht warum sie dies tut. SELBST sagt sie, es sei aus rein egoistischen Zwecken, nun,  hab ihr schon verziehen. Sicherlich, manchmal erschrecke ich auch aber sehe dann das ich mich meinem Ziel schon sehr angenähert habe. Es geht um die Sache mit Hilfe der lebendigen Natur seinen Körper neu zu gestalten. Von Krank und aufgedunsen zu dicht und leicht. Bin ich am Anfang ja in den Tonga gekommen um zu arbeiten gestaltete sich dann doch alles etwas anders. Ich hab meinem Schicksal da freien Lauf gelassen und schritt nur ein wenn Aktion nötig war. Wer Ehret gelesen hat weiß von was ich schreibe.

Die ersten Früchte wachsen nun auch schon im Garten. Papaya. Kokosnüsse.

Ehrlich. In den letzten Monaten habe ich mich tatsächlich zuviel von Schleim bildender Nahrung ernährt. Das raubt dem Körper Energie in Form von Umfang und Masse. Das wird später langsam aufgebaut durch natürliche lebende Nahrung. Nun hat sich in den letzten Monaten auch tatsächlich sowas wie ein Weg heraus kristallisiert. Noch mehr Freunde auf Hunga finden. Bestehende Freundschaften pflegen, nicht nur auf Hunga Island. Wenn in den nächsten zwei Jahren hier niemand aufkreuzt um mitzumachen, niemand gleich gesinntes in einer Gemeinschaft mit dem Wald hier leben möchte, kehre ich vielleicht  zurück. Mein Schicksal? Mag vorher bestimmt sein. Ich jedoch bin .... Akteur. Und niemand erahnt nur was noch alles kommt. Niemand anderes?  Seit einigen Wochen machen es sich nun einige Bekannte, Freunde die ich kenne und auch Menschen die ich noch nicht persönlich kenne, zum Ziel mich NICHT zum aufgeben zu bringen. Positive Menschen mit viel Willenskraft. Wie ich. Warum sollte ich nicht warten und alles daran setzen Ihnen einen herzlichen Empfang zu gestalten. Sicherlich. Es ist nicht immer alles rosig. Aber das sind alte Gedanken aus der Vergangenheit welche mich verfolgen. Morgen scheint die Sonne wieder für uns alle. ;)

Liebe voller Grüße an Andreas, Stephan und Henry. Dankbarkeit.

Dankbarkeit auch an alle Supporter ohne die ich tatsächlich verloren gegangen hätte gehen können. Wer weiß das schon?

Ich mach weiter. Keine Frage. Bin ich doch gerade erst angekommen auf Hunga. Bei manch einem geht es schneller. Aber vielleicht nicht gründlich. Mit Wurzeln und so. Ihr versteht?

Sonntag, 29. Mai 2016

Lange Nächte und lange Gesichter

Als halb eingefleischter Tonganer, mein Körper ist nun an die klimatischen Bedingungen besser angepasst, verstehe ich auch nun die langen tonganischen Gesichter in der viel kühleren Trockenzeit im Pazifik. Gerade weil die Tage trotzdem sehr warm sind geht es einem bei tonganischer Kost dann nach einer kühlen Nacht und hohem Entgiftungspotential, gerade durch die warme Tageszeit, Bescheiden ausgedrückt, miserabel weil einem die Gifte und der Unrat, welchen man die vergangenen Wochen zu sich nahm, nochmal durch den Kopf sausen. Da hilft entweder da durch zu gehen, also sich dieser Krankheit hinzugeben, oder eine Neuerliche Kraft spendende Vergiftung mit Kaffee, Tee oder ähnlichem. Die meisten wählen letzteren Weg weil für ersteren keine Muse da ist. So geht es auch mir zur Zeit obwohl ich mit der Getreidemonokost noch recht gut klarkomme. Ab und wann gibt's mal Papaya und noch seltener Bananen. Die sind auf dieser Insel Grad Mangelware. Zucker gibt's schon seit 6 Wochen nicht mehr auf Vava'u. Es wurde einfach keiner mehr eingeschickt.  Zucker-embargo. Und seit ca. 2 Wochen sind auch die letzten privaten Vorräte auf gebraucht. Wir befinden uns hier also alle auf Zuckerentzug. Viele rennen seit tagen mit Lutscher im Mund durch die Gegend. Und hast du keinen Lutscher machst du ein langes Gesicht. Vor ca. 1 Woche als es mal wieder trocken und sonnig war konnte ich in der Stadt ein Pfund weißen Zucker ergattern. Wenigstens für den Guten Morgen-Kaffee. Ansonsten ist Zucker aus dem Nahrungsmittelplan verschwunden. Ich denke das ist auch besser so. Wenn dann wieder der braune Zucker da ist merkt man dann das erste mal seine Wirkung im Körper.

Am Sonntag, dem 15. Mai war ich in der Stadt beim Vatertags Gottesdienst der Wesleyaner und auch diese Erfahrung habe ich gerne mitgenommen. Aber dennoch berührt mich diese Insel, dieser Felsen mit dem beeindruckenden Wald immer noch so sehr das ich nicht so gern in der Stadt bin. Nachts vor Vatertag konnte ich miterleben wie zivilisierte Stadtmenschen miteinander umgehen wenn zwischen ihnen 50 Jahre Lebenszeit und der Alkohol steht. Es war eben einfach nur noch lächerlich das sich ein über 70 jähriger mit einem jungschen Bengel von 20 Jahren anlegt. Bei mir hatte es doch auch funktioniert diesem die kalte Schulter zu zeigen. Lofi hätte einfach nicht auf dessen Provokationen eingehen brauchen. Ich kam mir vor wie im Kindergarten, abends um 22 Uhr. Wieder so eine Stadterfahrung. ;)
Das hat dann die Radtour mit einem tonganischen Bekannten wieder weg gewischt. Über 30 km mit einem unkomfortabelen Rad durch die Walachey. Genau mein Ding.
Im Garten Avalon wächst und gedeiht es währenddessen. Die Hühners wachsen und Herbert kräht jetzt immer öfter. Auch schon wenn aus dem Wald das krähen der Konkurrenz zu hören ist. Früh übt sich eben. Ich zähle schon zwei bis drei Dutzend Papayafrüchte die nun heran wachsen. Die im letzten August gesetzten Bananen Stauden blühen aber immer noch nicht. Im Juni sollte ich das erste eigene Maniok ernten können. Auch die Süßkartoffel Kumala, ich sollte demnächst erste Testgrabungen nach den Knollen durchführen. Die Kidneybohnen wachsen sehr gut so das ich schon einige sparsame Mahlzeiten davon hatte. Paprika und Felsenmelone (eine Gurkenart) machen nun auch Früchte. Es macht Spaß und erfüllt einen auf so neuem Terrain Gartenerfahrungen zu sammeln. Allerdings essen auch Insekten und deren Raupen mit. Grade zu dieser Zeit wo es kühl und regnerisch ist. Da bin ich jeden morgen am absammeln. Demnächst werde ich mal Knoblauch zu den zucchini setzen. Die haben nämlich bissl Mehltau. Auch eine Brüche aus Knoblauch könnte helfen. Mit einer Sprühflasche, welche hier echt selten zu bekommen ist, würde des auch noch leicht zu applizieren sein. Na mal schauen was dies bringt. Letzte Woche stellte ich nen zweiten Bananen Zirkel fertig. Nun kann es wachsen.

Heute ist der 27. Mai und es regnet von der Nacht in den Tag hinein. Was kann man bei so einem Wetter großartig machen? Hühner sind schon gefüttert. Raupen abgesammelt. Frühstück gab es auch schon. Jetzt abwarten und Tee trinken. Geplant hatte ich für heute ne kleine Wanderung .... ein Schelm der dabei Böses denkt. Ich hab seit 2 Wochen keinen Film mehr gehabt. Mmmh ...
Und heute, zwei Tage nach dem meine Oma Erika von uns gegangen ist,  u d nach der ersten Nacht mit Walgesang der Buckligen, sitze ich seit 3 Stunden an der Küste und sinniere über Vergangenes und Jetziges.

Das macht Sinn.
Euer Nico. ;)

Freitag, 13. Mai 2016

Zwischen Mutter und Vater

Die Kunst des Menschen. Standhaft auf dem Grunde stehend zwischen Bäumen oder frei wie ein Vogel schwebend zum Himmel hinan. Wir entscheiden dies mit jedem unserer Gebahren. Ob es die Ernährung ist oder wie wir unseren Körper formen durch dessen spezifische Bewegung. Eine rechte Balance zwischen diesen Verhaltensweisen sichert uns die richtige Wahl im rechten Moment. So hab ich mich die letzten drei Monate hauptsächlich mehr Erd- also Mutter orientiert genährt und bewegt. Starke Beine und Stehvermögen also Widerstandskraft gegen die hier höhere Gravitation sind das Ergebnis und bis ich meinen Blick wieder mehr gen Himmel richte wird noch ein bißchen ins Land gehen. Durch meine Erdung habe ich viele Freunde oder Bekanntschaften schließen können und dieser Strom mag einfach nicht abreißen solange ich meine Wurzeln fest im Erdreich verankert habe. Eines Tages aber wird der Phönix auch wieder mit den Flügeln schlagen um seine Beine etwas zu entlasten.
Morgen ist Muttertag und ich gehe das erste mal in den Sonntagsgottesdienst der Kirche des Priesters Vaha. Es ist die Constitution Church. In einer Woche am 15. Mai ist im Tonga Vatertag und ich gehe zusammen mit Lofi in seine Kirche. Die Kirche der Wesleyaner. Die Kirche der Methodisten in der Stadt. Dort spielen sie Musik und singen, was sehr an Gospel erinnert. So wie bei Michael Jackson Song 'Will You be there'. Ich freue mich, seine Familie wiederzusehen. Seine Frau, britischer Abstammung mag mich sehr. Er erzählte es mir als ich ihn gestern am Stadthafen traf um ihm zu sagen das wir uns zum nächsten Wochenende treffen. Er freute mich sehr mich wieder zu sehen. Er lachte viel und sah auch besser aus als wie vor zwei Wochen. Ich bin gespannt was mich auf meinen neuen Wegen noch so begleiten wird. Bekanntlich ist ja immer alles offen und spontane Entscheidungen können wirklich Freude bringen.

Nach gut durch geschlafener Nacht war morgens warten angesagt. 2 Stunden wartete ich auf meinen Sonntagskaffee. Am Wochenende trink ich also immer noch Das schwarze Gift. Danach schwindet augenblicklich jede Entgiftungserscheinung die aus der Nacht mitgebracht wurde. Auf Avalon hätte ich schon eine Stunde viel bewegt. Kaffee wird da nebensächlich. Meisstens zum Mittag gibt's dann was zwischen die Zähne , manchmal schon früher.
Aber der Gottesdienst war sehr Erfahrungs reich. Sind mir doch wieder einige Erkenntnisse durch den Kopf geschossen. Zum lunch sah es aus als wolle mich die gute Dame des Priesters mästen. Ich dankte ab. Diese Menge reicht die ganze Woche glaub ich. Da darf ich wieder fasten. Auch nicht schlecht. Also nach meinen Maßstäben hätte ich von der Menge Yams drei Tage essen können. Nach dem essen schau ich dann immer an mir herunter aber mir fällt die Fülle nur innerlich auf. Ich muss aufpassen. Nun noch Bissl ruhen und dann geht's ans Marschieren mit einem Zweihundert Liter Fass auf dem Rücken. Leer natürlich. Zurück zu Avalon.

Die darauf folgende Woche gestaltet sich recht ruhig. Es ist Ruhe im Wald. Häufig so nach einem Sturm. Ich mache einige Sachen im Garten fertig. Der neue Bananen Zirkel wartet nun auf seine Bepflanzung. Darauf muss er aber noch bis nach dem Vatertag warten. Denn den verbringe ich in der Stadt bei Freunden.

Euer Nico

Freitag, 6. Mai 2016

Noch nicht ausgetretene Pfade

Da ist es schon wieder Dienstag morgen der 27.04. Der gestrige Tag ist gut gelaufen auch wenn die Gedanken Maschine oft dazwischenfunkte, so gelang es mir doch zu vertrauen und in meiner Mitte zu sein und zu bleiben und darum trug es sich an diesem Tag wie folgt zu:
Um 6 Uhr stand ich auf. Eine halbe Stunde später saß ich mit Lofi in der Küche. Um 7 Uhr gingen wir beide in den China Store. Er zeigte mir die Tavalas. Eine traditionelle Schürze. Ich brauchte Kleingeld und tauschte meinen letzten 50 er um und konnte so Lofi etwas geben für seine Gastfreundschaft. Er freute sich sehr. Um 8 Uhr verabschiedete ich mich von ihm und hing Richtung Sonne und dann um halb neun weiter zum Haus des Goveneur. Und als er um 9 Uhr erschien, noch mit etwas aufgequollenen Augen, musste ich gleich lächeln. Dieser Mann bringt mich jedes mal zum Lächeln. Einfach eine umwerfende Ausstrahlung. Wir redeten ganz kurz und dann ging er sich umziehen. Er kam ja Grad aus der Nachtruhe. ;) wenig später saßen er, seine Frau und ich in der Veranda und es fand so lang von mir ersehntes Gespräch statt. Susserdem nahm sie mir meine Dokumente ab. Ihre Hilfe war mir also noch sicher. Versprochen ist versprochen. Nachdem wir uns über die Visa Angelegenheiten ausreden konnten waren noch einige andere wichtige Themen an der Tagesordnung. Er frug mich ob ich noch was benötige und um 10 Uhr war der ganze Spuk vorbei und sein kleiner Bruder fuhr mich zum Hafen, vorher nich zum Talau, meinen Koffer mit Haufen Zeugs drin holen.
Am Hafen saß ich dann. Keksfrühstück und dann warten auf das was kommt. Und es kam kein Boot von Hunga Island, aber Boris von Fofoa zusammen mit Werner dem alten Haueisen. ;) um 13 uhr saß ich im coconetkaffee zusammen mit Walt. Sein Notebook wurde von ihm zerstört. Und nun brauchte er ein neues. Das Geld aus dem Erlös wird mich über die nächsten Wochen bringen.
Mit einem nun leichteren Koffer ging es mit Boris Richtung Fofoa. Da aber gerade Ebbe war konnte er nicht In die Lagune hinein und schmiss mich am Strand bei Walt und dem Südafrikaner raus und ich steppte dann mit schweren Gepäck durchs Wasser und dann durch den Wald bis zum Dorf um für kommende Nacht beim Priester einzukehren. Ich hatte doch noch was für ihn und seine Frau im Gepäck.

Heute ist Donnerstag der 05.05. Eigentlich dachte ich es wäre hier auch Christi Himmelfahrt. Das gibt's im Tonga erst nach dem Muttertag. Diese Woche tobte hoffentlich der letzte Zyklon im Südpazifik. Ich zähle für diese Regenzeit 7 solcher klimatischen Ereignisse. 3 davon teilt gehörig aus. Die anderen brachten ordentlich Wind und jede Menge Regen und Spaß beim zuschauen wie schnell danach alles wächst. Es wird kühler und die sonne senkt ihr Haupt immer mehr. Das heißt wenn es weite so regnet bleibt es im Wald immer sehr lang feucht. Gutes Kompostwetter. Die Kürbispflanzen auf avalon haben die Pferdepoo-Behandlung gut angenommen und sehen sehr kräftig aus. Zusammen mit Vaha heute Abend die neuen Solar Lampen im Dorf inspiziert und dann noch paar schwere Kühlboxen transportiert zu seinem neuen Haus. Nun hat das Dorf mehr Licht an den Straßen wenn Duster ist. ;)
Die Hühner sind seit 1 Woche im Gatter damit sie sich gewöhnen. Ihre alten Gepflogenheiten ablegen können. Sie denken wohl ich will sie immer noch essen. Irgendwie muss ich ihnen klar machen das sie nur Freunde sind. Frei zu tun was Hühner eben so machen. Neulich entdeckte ich im Wald zwei ausgewachsene Schweine. Unmöglich die einzufangen. Und die 6 kleinen Bsbyschweine neulich aufs Marks Maniok Feld waren einfach zu flink sonst hätte ich eines davon im mehlsack mit nach Avalon genommen.
Morgen schnell in die Stadt. Es stehen wieder kleine Besorgungen an.

https://youtu.be/XY41troEXNg


Sonntag, 24. April 2016

Verständnis und Liebe zu Allem was ist

24. APRIL

Und das Gute im Königreich Tonga - meine Erfahrungen - ist die Akzeptanz der Menschen hier und ihr Verständnis wenn sie mitbekommen das meine Kirche die Natur ist. So sitze ich Wie jeden Sonntag von 9 bis 11 unter einem Baum während die meisten Tonganer in eine von ihnen gewählte Kirche gehen. Die Mormonen in Ihre. Die Wesleyaner in ihre Methodistenkirche. Und dann gibt's da noch so viele verschiedene andere Kirchen das es einem glatt die Schuhe auszieht. Meine Kirche, wenn es denn eine in diesem Sinne wäre, könnte man "Kirche der Männer der Bäume" nennen.
Seit Freitag Abend bin ich bei meinem Freund Lofi und seiner großen Familie zu Besuch. Habe also mal eine andere Bleibe in der Stadt gefunden. Das alte Haus auf dem Mt. Talau versinkt langsam im Schimmel. Es sollte bald renoviert werden. Ich halte mich dort dieses Wochenende nur kurz auf. In der Natur die hier noch übrig ist halte ich mich eh lieber auf während der Haupttageszeit. Morgens und Abends ist Lofis enger Familienkreis zusammen. Da bin ich immer gern dabei. Sonst bin ich unterwegs. Zu Fuß. Mit allem was ich benötige in einem kleinen Rucksack. Fertig. Ich genieße das was mir mein Augenlicht gestattet zu sehen, meine Ohren mir gestatten zu hören, meine Haut mir gestattet zu fühlen. Große Klasse. Die letzte Nacht bei lofi war erstaunlich ruhig. Auch die Hunde und Schweine schliefen sehr fest.
Ich habe wieder durch meine Spontanität neue und interessante Menschen der Stadt kennen lernen dürfen. Neue Gepflogenheiten entschlüsseln können. Das Verhalten der Menschen und Tiere hier erscheint dem naturfremden Europäer am Anfang etwas mystisch ist aber nichts weiter wie natürlich. So natürlich wie es in der südlichen Hemisphäre unseres Planeten nur sein kann. Manche Dinge, wie der Müll, erscheinen etwas surrealistisch, wie in einem Computer-endzeitrollenspiel. Doch dafür ist mehr der Einfluss des Nordens und seine Belanglosigkeit verantwortlich.
Montag morgen  muss ich noch den Visa Kram erledigen, dann noch ein Treffen mit Walt, der mein Notebook erwerben möchte und dann geht's nach Avalon zum letzten heimeligen Haus sozusagen. ;)

Samstag, 23. April 2016

Neue Wege

Alles Neue bringt ja bekanntlich der Mai. Bei mir geschieht das schon ein wenig früher. Heute ist der 16. April 2016. Ich erinnere mich das ich in dieser Woche endlich den Weg für Zugang und Versorgung fertig gestellt habe. Ich überlege gerade ob ich diesen ausbauen werde. So das er sich unterwegs in mehrere Wege aufteilt um mehr Wald Fläche etwas komfortabler zu erreichen. Hier und da verstecken sich sicherlich noch entdeckenswerte Orte. ;) Nachdem ich mich dazu entschieden habe nach knapp 4 Wochen Kaffeeabstinenz am Wochenende wieder Kaffee zu trinken ist es heute soweit. Mit so viel Bewusstsein hab ich noch nie Kaffee getrunken. Mein Körper erfüllt sich gerade mit Wärme durch die vom Warmen Getränk geursachte Energiewelle. WOW! Das erste mal seit dem ich 2014 im Sommer wieder mit Kaffee anfing merke ich was im Körper so abgeht bei kaffeekonsum. Vaha und ich haben gleich nach dem Aufstehen um 7 Uhr die Hühner klar gemacht für den Transport. Die Henne hat ganz schön Theater gemacht während der Hühnermann das ganz gelassen über sich ergehen hat lassen. Nun warte ich bei dem Kaffee, seine 9 jährige Tochter trinkt übrigens auch gerade einen, auf Vaha der vor 45 Minuten zu einem Meeting gegangen ist. Der Town Officer, Bürgermeister und Abschnittsbevollmächtigter der Polizei in einer Person, informiert und alle Anwesenden tauschen Informationen aus. Nach Verabschiedung geht's mit Hilde und Herbert zusammen nach Avalon. Die beiden werden nun ne Woche Zeit haben , sich ganz locker einzugewöhnen. Nach einigen Stunden beobachten stelle ich fest was die beiden so essen außer kokosnuss und Reis. Alles was so im Kompost umher macht. Von der kellerassel bis zur Spinne. Sogar Regenwürmer und kleine Rattenbabys werden nicht verschont. Für die Regenwürmer graben die beiden auch schon mal im Erdreich umher. Sonntag Fühl ich mich dann vom April verscherzt. Bis heute zum Dienstag gibt's mal wieder regen mit Sturmböen. Der heftige Wind kommt hier kaum zur Geltung. Nur das nasskalte zwischen den kurzen Sonnenstunden macht einem ganz schön zu schaffen. Ich entdecke immer mehr Papayabäume die weiblich sind und sortiere den einen oder anderen Mann aus. Gestern habe ich während der Sonnenstunden maissamen in die feuchte Erde gebracht. Dieser Samen,welchen ich obergünstig immer auf dem Markt in der Stadt bekomme entwickelt sich hier zu bisher Guten Pflanzen. Das gibt viel Grün für Kompost und vielleicht auch Zuckermais. Die Bohnen hinter der Küche entwickeln sich auch prächtig. Die ersten Bohnen wachsen. Da wo ich Pferdemist gemischt mit grün und Holzkohle  untergehoben habe gedeihen die Pflanzen besser als sonst wo.

Freitag, 15. April 2016

April April

Nachdem der 1. April ohne Scherze ablief und ich zurück auf Avalon, meinem kleinen Stück Land auf Hunga, zurück war, gestalteten sich die darauf folgenden Tage etwas anders wie erdacht. Verantwortlich dafür war ein Sturmtief, welches jede Menge Regen mit sich brachte. Heute ist Donnerstag der 7. April. Als ich am Samstag zurück ging traf ich leider nicht meinen Freund an.

Ich besuchte ihn jedoch einige Zeit später am Montag um ihm Nachricht zu überbringen das vielleicht ein bißchen Arbeit im Wald auf uns warte. Danach, etwas später am Vormittag zeigte er mir noch seine neue Plantage von welcher ich mir ab und zu Früchte holen könnte. Unterwegs trafen wie noch Soni von Fofoa. Es regnete an diesem Tag so auch wie die darauf Folgenden Tage und Nächte. Heute war der erste regen- aber nicht windfreie Tag. Sehr stürmisch. Im Wald merkt man kaum was davon aber im Dorf schon. Heut bin ich wieder im Haus des Priesters für eine Nacht. In der Hoffnung das morgen das Boot in die Stadt fährt. Das Wetter soll ja besser werden. Puuuh … was konnte ich also in dieser Woche machen? Ich brachte einiges an Samen in die Erde wenn es mal nicht so stark regnete. Ich holte Mangobaumlaub und kokosnussmulch aus dem Wald und Mulch einige Stellen im Wald. Ich schaute den Pflanzen beim wachsen zu. Ich beobachtete Kakerlaken und andere Käfer im Garten. Ich setzte Regenwurmkompost an und baute mir eine dürftige Bokashistation um meine Hinterlassenschaften zu sammeln um daraus einen Dünger zu machen. Ich baute aus Ton ein Fundament für einen künftigen kleinen Stov. Ich sammelte Steine für die Wände des späteren Stov. Diese Steine werden mit in die Wände des Tonofens eingearbeitet.

Und wenn das Wetter nächste Woche wieder besser ist mach ich mich nochmal ans Dach der Küche, denn das offenbarte während der Regentage seine Undichtigkeit. Alles in Allem keine aufregenden Tage. Ich lud den 2. Teil des Youtube Filmes "Wandelland" hoch.
Warum ich ich diesen so nenne? Weil sich in allen Bereichen Dinge wandeln. Meine Ein- und Ansichten. Der Garten. Mein Körper. Beziehungen. Neue Bekanntschaften übers Internet. Freundschaften aus aller Welt verdichten sich in mir.  Altes geht. Neues kommt. ;)

Freitag morgens. Es ist der 8. April. Vaha und ich sitzen in der Veranda seines Hauses und reden über Hühner. Ich drücke meinen Wunsch danach aus. Ich solle ein Gatter bauen dann wird er mir weiter helfen. Er gibt mir ein paar Tips. Wenig später sitzen wir in einer kleinen Gruppe am Hafen. Es geht in die Stadt. Jeder braucht etwas. Der Mann der mir seit Monaten nicht gut gesonnen war freut sich jetzt immer wenn er mich sieht. Liegt es daran das ich mich nach seinem Morgengebet im Hause Vaha dafür bedanke,wenn er fertig ist? Er kommt jeden Freitag zu Vaha s Frau weil sie nicht in die Kirche gehen kann da sie nicht mehr laufen kann. Beim ersten  schönen Sonnenschein nach Tagen sitzen wir beisammen und ich höre den zum teil fremden Worten gespannt zu. Lasse die Sprache in mich hinein. Manche Leute reden das einfachste mit mir auf tonganisch, so lerne ich immer ein bisschen dazu. Jedenfalls Freitags in der Stadt gewesen und aus Fahrt Heim ins Reich der Hunganer kamen Tavake und ich uns näher. Tavake ist der Name des Pastors der Konstitution Kirche auf Hunga. Ein zierlicher Mann in welchem ich nun eine Art Seelsorger gefunden habe. Nach unserem Gespräch fühlte ich mich fantastisch und freute mich das zwischen uns alles besser wird. Das hab ich ihm auch so gesagt. Samstag zurück auf Avalon fange ich an ein Hühnertheater und ein Schweinegatter zu bauen. Heute am Dienstag , dem 12. April ist das Hühnergatter schon fertig. Dann versuchte ich mich gestern mal daran eine Hühnerfalle zu bauen und ich denke damit könnte man sogar kleine Schweine fangen. Etwas größer und schwerer müsste es dann aber schon sein. Über die Tage vom Samstag bis heute bei reduzierter Kost scheidet mein Körper die Stoffe. Man könnte sagen ich bin etwas erkältet uns muss zusehen das nix größeres draus wird. Jetzt geh ich erst schauen ob schon jemand in der Falle ist? Huhn .... Schweinchen? Denn jetzt um 7 Uhr ist es hell genug im Wald.

Donnerstag Abend. Der 14. April. Bis jetzt ist mir noch nix in die Falle gegangen. Kein Huhn. Kein Schwein... die im Wald sind viel zu groß für meine Falle. Zwei ausgewachsene Wilde treiben sich in der Nähe von Avalon herum. Ich sitze bei Vaha. Er hat Besuch, also nicht nur von mir. Seine Solaranlage wurde repariert. Nach meiner Fasten Woche aß ich auf dem Herweg eine Papaya. Danach war ich schon gespannt was es hier für mich gab??  Da lag Maniok und Brotfrucht, sowie Fisch mit Kokosnuss Soße für mich auf dem Teller. Und verdammt. Nachdem ich von dem Fisch probierte schien es so als täte sich mein Körper erinnern , denn die Stelle am Fuß die Mal ne schwere Entzündung durchmachte nach großem Fischkonsum und aufgekratztem Moskitostich wurde nach dem Essen sowas wie taub auf der Haut. Die Antwort aller Antworten für mich. Halt Stop!!! Das kann kein Zufall sein. Solche Reaktionen,  eben auch in anderem Bezug, gab es schon oft wenn ich fastete und dann aß. Der Tempelpfleger sagte dann Bescheid.  Vaha und ich unterhielten uns über die Fallen die ich baute und das ich noch kein Huhn gefangen habe. Da ich nun morgen nochmal in der Stadt bin bat er mich ihm nochmal Tabak mitzubringen. Da ich das schon letzte Woche machte, schlug ich ihm nun einen Deal vor. Tabak gegen zwei Hühner. Denn Deal? DEAL!!! Und seiner Frau sollte ich auch mal eine Freude machen. Sie gibt sich Mühe und geht inzwischen auch auf meine Wünsche ein. Nun und das mit dem Schwein, irgendwie regelt sich das auch schon. Jedenfalls sind die Schweine den Tonganern heilig. Da reicht Tabak nicht aus. Grins. Heute Morgen suchten Vaha und ich schon zwei Hühner aus bevor ich ins Boot zur Stadt stieg. Vaha steckte mir noch das er nicht gerne in die Stadt geht, darauf antwortete ich das es mir auch nicht mehr so liegt und ich das auch nur mache wenn es wirklich nötig ist. So wie Heute und auch nächste Woche Freitag. Was soll's. Die Sonne grinst. Ein Lüftchen geht und ich bin immer noch etwas erkältet. Und ich bin schnell wieder auf Hunga zurück.

https://youtu.be/CmbHRrvB_mc

https://youtu.be/UxJGK_crIBs

Der Wald.
Die Menschen.
Der Ozean.

In diesem Sinne
Euer Nico von Hunga Island