Sonntag, 24. April 2016

Verständnis und Liebe zu Allem was ist

24. APRIL

Und das Gute im Königreich Tonga - meine Erfahrungen - ist die Akzeptanz der Menschen hier und ihr Verständnis wenn sie mitbekommen das meine Kirche die Natur ist. So sitze ich Wie jeden Sonntag von 9 bis 11 unter einem Baum während die meisten Tonganer in eine von ihnen gewählte Kirche gehen. Die Mormonen in Ihre. Die Wesleyaner in ihre Methodistenkirche. Und dann gibt's da noch so viele verschiedene andere Kirchen das es einem glatt die Schuhe auszieht. Meine Kirche, wenn es denn eine in diesem Sinne wäre, könnte man "Kirche der Männer der Bäume" nennen.
Seit Freitag Abend bin ich bei meinem Freund Lofi und seiner großen Familie zu Besuch. Habe also mal eine andere Bleibe in der Stadt gefunden. Das alte Haus auf dem Mt. Talau versinkt langsam im Schimmel. Es sollte bald renoviert werden. Ich halte mich dort dieses Wochenende nur kurz auf. In der Natur die hier noch übrig ist halte ich mich eh lieber auf während der Haupttageszeit. Morgens und Abends ist Lofis enger Familienkreis zusammen. Da bin ich immer gern dabei. Sonst bin ich unterwegs. Zu Fuß. Mit allem was ich benötige in einem kleinen Rucksack. Fertig. Ich genieße das was mir mein Augenlicht gestattet zu sehen, meine Ohren mir gestatten zu hören, meine Haut mir gestattet zu fühlen. Große Klasse. Die letzte Nacht bei lofi war erstaunlich ruhig. Auch die Hunde und Schweine schliefen sehr fest.
Ich habe wieder durch meine Spontanität neue und interessante Menschen der Stadt kennen lernen dürfen. Neue Gepflogenheiten entschlüsseln können. Das Verhalten der Menschen und Tiere hier erscheint dem naturfremden Europäer am Anfang etwas mystisch ist aber nichts weiter wie natürlich. So natürlich wie es in der südlichen Hemisphäre unseres Planeten nur sein kann. Manche Dinge, wie der Müll, erscheinen etwas surrealistisch, wie in einem Computer-endzeitrollenspiel. Doch dafür ist mehr der Einfluss des Nordens und seine Belanglosigkeit verantwortlich.
Montag morgen  muss ich noch den Visa Kram erledigen, dann noch ein Treffen mit Walt, der mein Notebook erwerben möchte und dann geht's nach Avalon zum letzten heimeligen Haus sozusagen. ;)

Samstag, 23. April 2016

Neue Wege

Alles Neue bringt ja bekanntlich der Mai. Bei mir geschieht das schon ein wenig früher. Heute ist der 16. April 2016. Ich erinnere mich das ich in dieser Woche endlich den Weg für Zugang und Versorgung fertig gestellt habe. Ich überlege gerade ob ich diesen ausbauen werde. So das er sich unterwegs in mehrere Wege aufteilt um mehr Wald Fläche etwas komfortabler zu erreichen. Hier und da verstecken sich sicherlich noch entdeckenswerte Orte. ;) Nachdem ich mich dazu entschieden habe nach knapp 4 Wochen Kaffeeabstinenz am Wochenende wieder Kaffee zu trinken ist es heute soweit. Mit so viel Bewusstsein hab ich noch nie Kaffee getrunken. Mein Körper erfüllt sich gerade mit Wärme durch die vom Warmen Getränk geursachte Energiewelle. WOW! Das erste mal seit dem ich 2014 im Sommer wieder mit Kaffee anfing merke ich was im Körper so abgeht bei kaffeekonsum. Vaha und ich haben gleich nach dem Aufstehen um 7 Uhr die Hühner klar gemacht für den Transport. Die Henne hat ganz schön Theater gemacht während der Hühnermann das ganz gelassen über sich ergehen hat lassen. Nun warte ich bei dem Kaffee, seine 9 jährige Tochter trinkt übrigens auch gerade einen, auf Vaha der vor 45 Minuten zu einem Meeting gegangen ist. Der Town Officer, Bürgermeister und Abschnittsbevollmächtigter der Polizei in einer Person, informiert und alle Anwesenden tauschen Informationen aus. Nach Verabschiedung geht's mit Hilde und Herbert zusammen nach Avalon. Die beiden werden nun ne Woche Zeit haben , sich ganz locker einzugewöhnen. Nach einigen Stunden beobachten stelle ich fest was die beiden so essen außer kokosnuss und Reis. Alles was so im Kompost umher macht. Von der kellerassel bis zur Spinne. Sogar Regenwürmer und kleine Rattenbabys werden nicht verschont. Für die Regenwürmer graben die beiden auch schon mal im Erdreich umher. Sonntag Fühl ich mich dann vom April verscherzt. Bis heute zum Dienstag gibt's mal wieder regen mit Sturmböen. Der heftige Wind kommt hier kaum zur Geltung. Nur das nasskalte zwischen den kurzen Sonnenstunden macht einem ganz schön zu schaffen. Ich entdecke immer mehr Papayabäume die weiblich sind und sortiere den einen oder anderen Mann aus. Gestern habe ich während der Sonnenstunden maissamen in die feuchte Erde gebracht. Dieser Samen,welchen ich obergünstig immer auf dem Markt in der Stadt bekomme entwickelt sich hier zu bisher Guten Pflanzen. Das gibt viel Grün für Kompost und vielleicht auch Zuckermais. Die Bohnen hinter der Küche entwickeln sich auch prächtig. Die ersten Bohnen wachsen. Da wo ich Pferdemist gemischt mit grün und Holzkohle  untergehoben habe gedeihen die Pflanzen besser als sonst wo.

Freitag, 15. April 2016

April April

Nachdem der 1. April ohne Scherze ablief und ich zurück auf Avalon, meinem kleinen Stück Land auf Hunga, zurück war, gestalteten sich die darauf folgenden Tage etwas anders wie erdacht. Verantwortlich dafür war ein Sturmtief, welches jede Menge Regen mit sich brachte. Heute ist Donnerstag der 7. April. Als ich am Samstag zurück ging traf ich leider nicht meinen Freund an.

Ich besuchte ihn jedoch einige Zeit später am Montag um ihm Nachricht zu überbringen das vielleicht ein bißchen Arbeit im Wald auf uns warte. Danach, etwas später am Vormittag zeigte er mir noch seine neue Plantage von welcher ich mir ab und zu Früchte holen könnte. Unterwegs trafen wie noch Soni von Fofoa. Es regnete an diesem Tag so auch wie die darauf Folgenden Tage und Nächte. Heute war der erste regen- aber nicht windfreie Tag. Sehr stürmisch. Im Wald merkt man kaum was davon aber im Dorf schon. Heut bin ich wieder im Haus des Priesters für eine Nacht. In der Hoffnung das morgen das Boot in die Stadt fährt. Das Wetter soll ja besser werden. Puuuh … was konnte ich also in dieser Woche machen? Ich brachte einiges an Samen in die Erde wenn es mal nicht so stark regnete. Ich holte Mangobaumlaub und kokosnussmulch aus dem Wald und Mulch einige Stellen im Wald. Ich schaute den Pflanzen beim wachsen zu. Ich beobachtete Kakerlaken und andere Käfer im Garten. Ich setzte Regenwurmkompost an und baute mir eine dürftige Bokashistation um meine Hinterlassenschaften zu sammeln um daraus einen Dünger zu machen. Ich baute aus Ton ein Fundament für einen künftigen kleinen Stov. Ich sammelte Steine für die Wände des späteren Stov. Diese Steine werden mit in die Wände des Tonofens eingearbeitet.

Und wenn das Wetter nächste Woche wieder besser ist mach ich mich nochmal ans Dach der Küche, denn das offenbarte während der Regentage seine Undichtigkeit. Alles in Allem keine aufregenden Tage. Ich lud den 2. Teil des Youtube Filmes "Wandelland" hoch.
Warum ich ich diesen so nenne? Weil sich in allen Bereichen Dinge wandeln. Meine Ein- und Ansichten. Der Garten. Mein Körper. Beziehungen. Neue Bekanntschaften übers Internet. Freundschaften aus aller Welt verdichten sich in mir.  Altes geht. Neues kommt. ;)

Freitag morgens. Es ist der 8. April. Vaha und ich sitzen in der Veranda seines Hauses und reden über Hühner. Ich drücke meinen Wunsch danach aus. Ich solle ein Gatter bauen dann wird er mir weiter helfen. Er gibt mir ein paar Tips. Wenig später sitzen wir in einer kleinen Gruppe am Hafen. Es geht in die Stadt. Jeder braucht etwas. Der Mann der mir seit Monaten nicht gut gesonnen war freut sich jetzt immer wenn er mich sieht. Liegt es daran das ich mich nach seinem Morgengebet im Hause Vaha dafür bedanke,wenn er fertig ist? Er kommt jeden Freitag zu Vaha s Frau weil sie nicht in die Kirche gehen kann da sie nicht mehr laufen kann. Beim ersten  schönen Sonnenschein nach Tagen sitzen wir beisammen und ich höre den zum teil fremden Worten gespannt zu. Lasse die Sprache in mich hinein. Manche Leute reden das einfachste mit mir auf tonganisch, so lerne ich immer ein bisschen dazu. Jedenfalls Freitags in der Stadt gewesen und aus Fahrt Heim ins Reich der Hunganer kamen Tavake und ich uns näher. Tavake ist der Name des Pastors der Konstitution Kirche auf Hunga. Ein zierlicher Mann in welchem ich nun eine Art Seelsorger gefunden habe. Nach unserem Gespräch fühlte ich mich fantastisch und freute mich das zwischen uns alles besser wird. Das hab ich ihm auch so gesagt. Samstag zurück auf Avalon fange ich an ein Hühnertheater und ein Schweinegatter zu bauen. Heute am Dienstag , dem 12. April ist das Hühnergatter schon fertig. Dann versuchte ich mich gestern mal daran eine Hühnerfalle zu bauen und ich denke damit könnte man sogar kleine Schweine fangen. Etwas größer und schwerer müsste es dann aber schon sein. Über die Tage vom Samstag bis heute bei reduzierter Kost scheidet mein Körper die Stoffe. Man könnte sagen ich bin etwas erkältet uns muss zusehen das nix größeres draus wird. Jetzt geh ich erst schauen ob schon jemand in der Falle ist? Huhn .... Schweinchen? Denn jetzt um 7 Uhr ist es hell genug im Wald.

Donnerstag Abend. Der 14. April. Bis jetzt ist mir noch nix in die Falle gegangen. Kein Huhn. Kein Schwein... die im Wald sind viel zu groß für meine Falle. Zwei ausgewachsene Wilde treiben sich in der Nähe von Avalon herum. Ich sitze bei Vaha. Er hat Besuch, also nicht nur von mir. Seine Solaranlage wurde repariert. Nach meiner Fasten Woche aß ich auf dem Herweg eine Papaya. Danach war ich schon gespannt was es hier für mich gab??  Da lag Maniok und Brotfrucht, sowie Fisch mit Kokosnuss Soße für mich auf dem Teller. Und verdammt. Nachdem ich von dem Fisch probierte schien es so als täte sich mein Körper erinnern , denn die Stelle am Fuß die Mal ne schwere Entzündung durchmachte nach großem Fischkonsum und aufgekratztem Moskitostich wurde nach dem Essen sowas wie taub auf der Haut. Die Antwort aller Antworten für mich. Halt Stop!!! Das kann kein Zufall sein. Solche Reaktionen,  eben auch in anderem Bezug, gab es schon oft wenn ich fastete und dann aß. Der Tempelpfleger sagte dann Bescheid.  Vaha und ich unterhielten uns über die Fallen die ich baute und das ich noch kein Huhn gefangen habe. Da ich nun morgen nochmal in der Stadt bin bat er mich ihm nochmal Tabak mitzubringen. Da ich das schon letzte Woche machte, schlug ich ihm nun einen Deal vor. Tabak gegen zwei Hühner. Denn Deal? DEAL!!! Und seiner Frau sollte ich auch mal eine Freude machen. Sie gibt sich Mühe und geht inzwischen auch auf meine Wünsche ein. Nun und das mit dem Schwein, irgendwie regelt sich das auch schon. Jedenfalls sind die Schweine den Tonganern heilig. Da reicht Tabak nicht aus. Grins. Heute Morgen suchten Vaha und ich schon zwei Hühner aus bevor ich ins Boot zur Stadt stieg. Vaha steckte mir noch das er nicht gerne in die Stadt geht, darauf antwortete ich das es mir auch nicht mehr so liegt und ich das auch nur mache wenn es wirklich nötig ist. So wie Heute und auch nächste Woche Freitag. Was soll's. Die Sonne grinst. Ein Lüftchen geht und ich bin immer noch etwas erkältet. Und ich bin schnell wieder auf Hunga zurück.

https://youtu.be/CmbHRrvB_mc

https://youtu.be/UxJGK_crIBs

Der Wald.
Die Menschen.
Der Ozean.

In diesem Sinne
Euer Nico von Hunga Island

Samstag, 26. März 2016

Auferstehung und Anderes

Ostern steht auch im Königreich Tonga vor der Tür. Der Priester und ich helfen beim beladen des Bootes an diesem schönen sonnigen Gründonnerstag. Bald haben die Kids Schulschluss, dann geht's ins Osterwochenende. Die Nacht verbringe ich beim Priester weil das Boot erst kurz vor Sonnenuntergang im Hafen von Hunga eintrifft.
17 Uhr legen wir ab. 3 Boote rapeldickevoll mit Leuten und Futter. Unser Skipper hat sich betrunken darum fährt der Priester das Boot zurück. Schwerfällih durchpflügt der alte die ruhig daliegenden Meeresengen von Vava'u. Dem Sonnenuntergang entgegen.  Der Skipper liegt vorne am Bug und küsst das Wasser. War wohl zu viel. Irgendjemand hat Mundgeruch. Kommt wohl vom Bug. ;)
Karfreitag morgens um 7 Uhr und ich warte auf Vaha. Er hatt schon seinen Morgens Gottesdienst abgehalten. Die Leute im Dorf werden heute ein großes Gelage abhalten. Für mich ist es der erste Tag einer Fastenzeit. Der Garten wartet schon auf mich und das Wetter ist wie die letzten Tage sehr gemischt. Mal Regen,mal Sonne. Wenn der Priester eintrifft werde ich mich verabschieden und much aufmachen. Es wartet natürlich Arbeit auf mich,erst jedoch der stündliche Fußmarsch mit Gepäck. Ostersamstag. Nach einem morgendlichen Tee geht's kurz ins Internet, Beziehungen zu Euch pflegen und dann ab ins Dorf. Dem Priester die karre bringen und dann noch mein Zeug von Onani holen. Ich ließ es gestern morgen dort. Es wäre zu schwer geworden. Gerade jetzt mach ich eine kleine Pause. Hab das Zeug umgeladen aus dem Karton in meinen Rucksack und die Tasche. Transportiert sich Viel einfacher. Zum mittag werde ich wieder im Garten sein. Kleine Ruhepause und dann am Antennenbaum weiterarbeiten und noch paar Samen in die Erde bringen und dann wird der Tag auch schon zu Ende sein.
Heute war ich endlich auf dem Baum in der Krone da nur leichter Wind ging. Ich habe den Empfang geprüft. 25 bis 40 Prozent. Ich hoffe nun das Stefan in Deutschland anfängt eine Empfangstation zu bauen und zu testen um sie mir dann zu schicken damit ich sie da oben installieren kann. Nun heisst es warten und die Krone des sinamonbaumes zu präparieren. Zwischendurch immer bissl Gartenarbeit gemacht zu Auflockerung des gesamten Arbeitsflusses. Nun sitze ich nach diesem in allen Bereichen angenehmen Tag in meiner Schlafkammer im Roundhouse und zieh mir gemütlich noch ne Folge Stargate Universe zum einschlafen rein. In 45 Minuten ist Sonnenuntergang.

Nun schon wieder ne gute Woche lang geschafft. Der Antennenbaum ist fertig und wartet auf das Equipment von Stefan. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle. Ich mache mich an den Weiterbau der Eingangspassage zu Avalon mit Harke Modell: solid rake Megaforest. Macht sich wirklich gut das Teil. Da soviel Ästhe und Laub während des letzten Zyklon runtergekommen sind komme ich ohne Feuer machen nicht ganz aus. Nun sitze ich und warte auf die Abendebbe nach Fofoa. Patrick hat morgen Geburtstag. Und ich kann so auch mal gleich bei Sonis Garten vorbeischauen und dort eine Nacht verbringen. Da bin ich ja gespannt was meine Sonne, der Patrick bisher so angestellt hat.
Die Nacht bei Soni war mit viel Schlaf gefüllt. Schon zeitig eingeschlafen nachdem ich eine frisch gepflückt Papaya zum Abendbrot hatte. Und beim einschlafen denke ich so bei mir, Patricks Herausforderung gemeistert zu haben. Wäre Soni nicht hier gewesen hätte ich eben im Wald geschlafen.
Ausserdem habe ich nun schon 16 Tage keinen Kaffee mehr getrunken. Heute am Freitag dem 1. April stehe ich kurz nach Sonnenaufgang auf, trotte langsam in Sonis zugewucherten Garten um nach meinem Frühstück Ausschau zu halten. Papaya. Dann steige ich aufs Dach um mit ein paar Freunden zu schreiben und mein Frühstück zu haben. 10x geklickt wird auch gleich. Das Internet Business, erledigt sich nicht von selbst. Soll mal , in wenigen Jahren ein Einkommen sicher machen. Bis dahin lebe ich weiter so gut es geht und Werke ich weiter so gut es geht. 😀
Schwimmen. Ich geh gleich nochmal ne Runde. Ich beschaffte dem Soni erst mal was zu rauchen obgleich ich damit brechen will. Aber am tag noch 1-2 x zu qualmen. Ich bin da noch am probieren. Heute nach 2 Tagen totaler Abstinenz war es gut eine halbe Zigarette zu haben. Beim schwimmen fühlt sich mein körper steifer an die sonst. Schleim und eine kalte Nacht. Das Wasser auch noch schön kühl von der Nacht. Nun ist es 10 Uhr und wenn ich fertig bin mit schwimmen werd ich Soni noch Bissl helfen im Großen Garten (über 2 ha bis jetzt) sauber zu machen.  Winston hat dort echt viel Chaos hinterlassen. ;) Stunden später, es ist 16 Uhr sitzen Patrick und ich beim Geburtstagsbier und David Bowie Musik im Beach house auf Fofoa und unterhalten uns über Gott und die Welt. Dann gibt's ein warmes Getränk nach einer kühlen Dusche. Draussen regnet es und der harsche Ostwind zieht die letzte Energie aus dem Leib. Ich bin froh hier zu sein. Patrick ist eine Sonne und er scheint für jeden. Eine liebe Frohnatur die mich immer an Hotte erinnert. Hotte war übrigens genau so alt, wie Patrick heute, als ich ihn vor 16 Jahren kennen lernte. Wenn ich an Patrick denke dann muss ich anfangen zu pfeifen. Das heitert mich auf wenn meine Stirn mit zu viel Gedanke bewölkt ist. Dann wird alles ganz einfach. Das Leben wird oft durch unsere Gedanken viel zu Kompliziert. Gott will das es einfach bleibt. Also weniger denken und mehr leben. Heute ist Freitag der erste April aber das ist kein Scherz. Nö. Und am 3. APRIL hab ich es einfach ... gemacht. Das erste Video am Smartphone produziert und von der Küste aus hochgeladen. Es funktionierte.
https://youtu.be/CmbHRrvB_mc

Ich danke Gott das er in mir ist.
In diesem Sinne.
Lg nico

Samstag, 19. März 2016

Wandlungen

Nachdem ich meine geplanten Gartenarbeiten letzte Woche erledigt hatte während es jede Nacht regnete und ich mal tatsächlich beim keimen und wachsen aller Pflanzen zusehen durfte erkannte ich dann nach 2 Tagen planlosem durch den Garten trotten das es Zeit wird Freunde in der Stadt aufzusuchen. Da ich wusste das Tobi nach seiner Hochzeit mit Susi nicht mehr lange hier ist, sie gehen nach Deutschland, wollte ich noch etwas Zeit mit ihm verbringen. Außerdem wartete ich immer noch das Pio Kuila mal den Mut zusammenfasst much endlich mal zutreffen. Doch bevor ich in die Stadt ging besuchte ich Patrick auf Fofoa nochmal, denn auch diese Sonne wird Mitte April hinterm Horizont verschwinden. Nur Nico, der alte Baum wird weiter im Wald mit den anderen Bäumen viel Zeit verbringen. Mit Tobi unternehme ich nun jeden Tag etwas. Wir sind häufig zusammen. Heute Morgen auf dem Talau gewesen und den Sonnenaufgang in seiner ganzen Herrlichkeit wahrgenommen. Vava'u erwachte und man erlebt das von sehr weit oben. Als wenn man aus dem Fenster des Olympus schauen würde. ;) Einen ausgedehnten Morning walk hatten wir vor 2 Tagen. Ausgeholfen mit Strom um mein Video für Youtube zu schneiden hat er mir. Unser Essen haben wir geteilt. Viele Gespräche gehabt. Und ein paar Tage Ham wir noch zusammen bevor ich auf die Insel zurück gehe um in meinem Reiche einzukehren. Auf Hunga bin noch dem Priester der Constitution Kirche näher gekommen. Er bezog mich mit in sein Familiengebet mit ein. Weil ich Freude beim Essen zeigte habe ich eine Einladung, einzukehren für: eating and meeting wann immer ich mag, erhalten.

Dieses Mal in der Stadt gab es vor einigen die ersten Avocados. Traumhaft. 3 verschiedene Sorten Avocados. Der Hammer. Eine besser als die andere. Und für Avalon gibt's somit erste Avocado Samen. Auch Gurkensamen von lokalen Bauern konnte ich ergattern sowie eine Vielzahl von Samen der Felsenmelone. Eine sehr ursprüngliche Frucht. Nun sehen wir doch mal was die nächsten Tage noch bringen werden. Lord Fulivai ist krank und empfängt dann nicht gern Besucher. Ich probiere es in 2 Tagen nochmal. Einfach nur für n nettes Gespräch. Zach heiratet bald und hat mich eingeladen. Bin gespannt auf meine erste Hochzeit im Tonga. Manu ist in Neuseeland arbeiten und kommt erst im September wieder. Freunde bringen doch irgendwie ständig Sorge und Kummer in meine Gedanken. Positiv gesehen. Es ist gut ein paar Menschen zu kennen und lieben zu lernen. Aber man ist viel zu oft zu sehr in Gedanken bei Ihnen.

In diesem Bezug, Freundschaften, schreibe ich heute auch zum ersten Mal vom Umbruch der schon im Januar seinen Vollzug hatte. Philippe und Betsy sind nicht mehr auf Vava'u. Sie hatten Ende Januar das Weite gesucht irgendwo in Uruguay und scheinbar sind sie dort auch gelandet um dort ihr Glück zu suchen.

Nun ich gehe meinen Weg
Tue das wozu ich damals her gekommen bin. Das ist mein Leben.

in diesem Sinne
Euer Nico

Dienstag, 8. März 2016

Kokosnüsse nach dem großen Sturm

Nachdem Winston auch ganz sicher das Weite gesucht hatte kehre ich Anfang März/Ende Februar nach 2 Wochen wieder nach Hunga in den Wald Garten zurück. Mit Patrick, welcher auf der Nachbarschaftlichen Insel Fofoa als Volunteer unterwegs ist , habe ich mich für morgen verabredet. Wir wollen rüber nach Foleifuka für eine Nacht in einer Höhle übernachten. Mit Feuer und wandern. Am Samstag gehe ich mit Dr Ebbe rüber am frühen Abend. Werner hat uns papayas und nudelsalat mitgegeben. Der alte aber kernige Mann ist immer noch ohne seine Frau welche Hals über Kopf nach Deutschland musste. Am Samstag Abend paddeln wir also rüber was eine halbe Stunde später ein ende findet. Am Strand angekommen baut Patrick das Zelt auf und ich kümmere mich um die Feuerstelle. Danach gibt's zum Abendbrot für jeden eine halbe papaya und bissl Nudeln im Salat. Wie wenig ich esse fällt mir in letzter Zeit häufiger auf. Meist ist es nur noch sowas wie Appetit. Den Hunger suche ich auch jetzt. Nach 7 Tagen kokosnusswasserdiet mit einem Sonntagsmahl , welches aus einer Handvoll süß schmeckendem und vorher gekochtem Maniok besteht muss ich heute am 8. Tag sagen das es mir gut geht. Bissl viel Moskitos ab und zu. Nicht den ganzen Tag lang aber es gibt Stosszeiten. Während ich letzte Woche das alte Camp in das kuriose Küchlein verwandelt habe dachte ich darüber nach jetzt Wöchentlich etwas in den Blog zu schreiben. Am Besten immer sonntags. Der Bau der neuen Hütte gestaltet sich ohne Probleme. Nur das Wetter zwingt sehr oft zum langsam machen und eine Pause löst die andere ab. Ab April wird es wohl endlich wieder kühler. Wie das sein kann darauf gab es jedenfalls am Anfang letzter Woche einen Vorgeschmack mit Temperaturen am morgen um die 23 Grad.  Herrlich wenn der Körper nachts mal mehr runter kommen kann. Jetzt steht im Grunde wieder Gartenarbeit an. In der Erde wühlen. Asche und Holzkohle produzieren als kostenlosen Startdünger. Pferdeäpfel am Weg sammeln und fermentieren lassen. Ich sammel hier und da mal einen Sack und dann kommt es zusammen mit grünem Gras und Holzkohle in einen Eimer mit Deckel. Jeden Tag etwas Wasser drauf und arbeiten lassen. Es kompostiert besser wenn das Ganze im kühlen Schatten steht. Man könnte es auch gleich an Ort und Stelle eingraben aber dann dauert es länger. Eine Vorgehensweise für später. Ich lege ein neues Beet an für Gemüse und Kräuter. Ein neues Areal mit Maniok entsteht. Nicht einfach dem Wald mal paar Quadratmeter abzuluchsen. ;) Gerade während der Regenzeit holt der Wald sich gerne mal schnell wieder was zurück. Stellen die ich kahl machte mit  der Hilfe des Feuers glänzen nun auch schon durch Bewuchs mit heimischen Blühern und Gräsern. Es wird langsam. Für die neue Küche baue ich einen Solarbaum. Das Selbe mag ich noch fürs Roundhouse bauen. Dann hat jedes Gebäude ein 40 Watt solarpanel und eine 40ah Batterie. Während der sonnigen Regenzeit reicht es Dicke, sogar mit Überschuss. Im Winter, hier Trockensaison, wenn die Sonne etwas tiefer steht reicht es immer noch wenn man leichte elektronische Geräte wie Led Licht, Smartphone und Netbook betreibt.

Gerne würde ich mal wieder eine Wanderschaft durch den Wald machen,abseits von den Wegen aber die tonganische Wespe ist hier im Sommer stark in der Population und sehr agressiv wenn es um den Schutz Ihrer Privatsphäre und Behausung geht. Doch die Trockenzeit naht und es gibt noch einige Flecken auf dieser schönen Insel die noch erkundet werden wollen. Freu. Während ich an diesem schönen Montag das Beet umgrabe , schreibe ich in den Pausen hier weiter. Heute morgen habe ich wieder mit meiner Mama telefoniert über die WowApp. Mit dieser App klappt das sogar hier an der Südküste. Braucht scheinbar weniger Bandbreite. Aber Videotelefonie ist im Moment immer noch zu Volumen raubend. Wußtet ihr das Digicel im gesamten Pazifik auf Tonga am teuersten ist? Woran liegt das? Wen und Was hat es da geritten?

Vor mir liegen die Sämereien vom Thomas S.. Diese Samen wandern ins neue Beet. Zucchini, Gurken und Tabak. Minzesamen hab ich hier auch noch liegen. Die wandert wohl aber besser in eine feuchtere Gegend. Vorzugsweise Bananenzirkel. Na mal schauen. Jede menge maiskörner wollen auch noch in die Erde. Durch meine nun offene Brandblase am Fuss bin ich hier festgekettet. Würde gerne mal ins Dorf schauen ob meine Freunde onani und seine Familie wieder zurück sind. Letzten Sonntag, von Patrick zurückkommend, verbrachte ich eine Nacht beim Priester,wo es abends ein warmgetränk gab und eine gute spärliche Mahlzeit wie ich es mag. Sie bestand aus einer Hand voll Brotfrucht. So und nun werde ich wohl noch etwas Feuer machen für Holzkohle. Gehabt euch wohl. Bis die Tage.

Euer Nico von Hungaisland

Montag, 22. Februar 2016

Tongan Heat

Montag, 22. Februar 2016

Einige Zeit ist schon wieder in das Land gestrichen. Scheint als wäre das Zeitparadoxum für mich auch nun hier eingetreten. In mir selbst scheint die Zeit zum stehen zu kommen und um mich herum geht sie schneller dahin als bisher üblich. Denn es ist schon Mitte Februar 2016. Aber ich schaue auf einige gut ausgefüllte Wochen zurück.

Nun blicke ich zurück:

Es ist der 23.12.2015. Ich befinde mich auf Fofoa im Safehouse. Diese Insel scheint jedoch verhext, wie ich damals dachte, denn umso mehr Komfort ich mir hier einrichtete desto mehr verlies mich die Technik. Erst mein 150W Inverter und dann noch einige kleine geborgte Ladegeräte für mein Smartphone. Ich tat also nichts weiter als das Weite zu suchen, ging nach Avalon zurück für einen Tag um danach den Jahreswechsel auf Neiafu in der Stadt zu verbringen. Es fällt mir immer schwerer die Ernährungssache unter Kontrolle zu halten. Der Sommer hier und sein Einzug verdonnern mich jedoch bis heute zum weniger Essen und mich sständig voll fühlen. Sollte ich einfach mal loslassen und wieder Fasten? So richtig. Heute z.B. merkte ich wenn ich einiges von dem guten Regenwasser trinke, das es mir Augenblicklich besser geht und sobald ich etwas esse ich mich ermattet fühle und/oder Kieferschmerzen bekomme. Fasten ….. Mal länger wie immer nur 2-3 Tage? Über das Hungergefühl hinweg? Ich wünsche mir das, aber die richtige Ruhe finde ich dafür nicht. Am Tag von Heiligabend bin ich wieder auf Avalon. Das ist auch besser. Soni, jener Tonganer der im Safehouse auf Fofoa residiert, macht Andeutungen so etwas wie Miete von mir zu verlangen. Ist ja an und für sich nicht verkehrt, auch wenn es nur umgerechnet 9 Euro im Monat sind, aber deswegen bin ich nicht hergekommen. Ich erinnere mich wieder das ich Mietfrei im Wald leben wollte. Soni hat noch weniger als ich, darum helfe ich ihm aus mit meinem letzten Bargeld, was ich zu diesem Zeitpunkt in der Börse hatte. 

Am ersten Weihnachtsfeiertag beschließe ich morgens Wasser aus dem Dorf holen zu gehen. Ich schneie im gleichen Rutsch noch bei Onani vorbei. Nach den 4 Wochen, die wir uns nicht gesehen haben, erweist er sich mir gegenüber immer noch als sehr freundschaftlich. Es gab ein Weihnachtsmahl welches sich aus 2 veganen Keksen, 2 mal Keke und etwas Marmelade zusammensetzte. Eine kleine Leckerei. Onani erzählt mir einige Geschichten über Soni ohne mir seine Meinung aufdrücken zu wollen. So kann ich mir meine Meinung über meinen Freund Soni in Ruhe überdenken. Auf Avalon zurück, entdecke ich drei verwahrloste Küken, welche ihre Mutter suchen. Was mach ich mit denen nur, dachte ich. Aber ich mischte mich nicht ein. Am zweiten Weihnachtsfeiertag setzte ich die Samen für die Mandarinenhecke nach Norden hin. Außerdem soll eine Papayahecke im Osten und Westen entstehen. Heute wachsen da nun schon kleine Pflänzchen, welche ich jeden Tag begutachte. Nach dieser Arbeit macht ich einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Am 28.Dezember pilgerte ich in die Stadt um den Jahreswechsel dort zu verbringen. Ich war eingeladen bei der alten Lady Lee Parker zu einem kleinen Treffen. Dort gab es etwas zu essen und auch Alkohol wurde dargeboten. Ich wollte bei beidem sparsam bleiben, was mir wohl gerade so gelang, jedenfalls hatte ich die Tage danach ganz schön zu tun. Wohl doch etwas zu viel gegessen. Am Samstag nach Silvester bekomme ich endlich die ersehnten Pakete beim Postamt. Das von Lippi und von meiner Mama. Einen Tag vorher rauschte noch schnell der Zyklon Ula an Vava'u vorbei, was mit viel Wind und Regen einherkam. Ansonsten aber blieb Neiafu heile. Da sieht es im Moment mit Herrn Winston etwas anders aus. Das erste Treffen mit ihm blieb nicht ohne Schäden in der Stadt und öfter viel auch der Strom aus. Seit 4 Tagen ist es ununterbrochen windig bis sehr stürmisch. Dienstag Abend gabs sogar Blitz und Donner dazu. Nach dem abholen der Pakete bin ich pleite und muss zusehen wo ich etwas Nahrung herbekomme. 

Am 08. Januar fahre ich nach Hunga zurück um zu sehen, ob auf Avalon alles heile geblieben ist. Bis auf kleinere Schäden geht’s dem Stück Land gut. Am 09. Januar bin ich im Dorf Wasser holen. Dort findet gerade eine Beerdigung statt, zu welcher Onani mich mit hin nimmt. Es gibt eine Kleinigkeit zu essen und alle erweisen der alten Dame, die gestorben ist, die letzte Ehre. Dazu versammelte sich das ganze Dorf. Als ich zurück bin repariere ich die Schäden am Camp. Da hat doch glatt eine fallende Baumkrone das Dach dessen tuschiert. War eine knappe Geschichte. Noch mal mit nem blauen Auge davon gekommen. Und am Sonntag dann konzentriere ich mich auf das nun 4. Terassenbeet und dessen Fertigstellung. Montag werde ich fertig damit, wobei ich mich erinnere, wie beschwerlich es damals war, die ersten Beete zu bauen. Das gute tonganische Futter bringt also endlich etwas Schaffenskraft in meinen Körper worüber ich froh bin. Am gleichen Tag mache ich weiter an den Wänden des Roundhouses. Will ja nun endlich mal dort hinein ziehen um es als das zu nutzen, wofür ich es erdacht hatte. Als Schlafpalast. Am Dienstag noch ein paar letzte Feinschliffe am Terassenbeet, an den Wänden des Hauses und an der Leiter des Antennenbaumes. Ja ich hoffe das dieser Baum mir später als lebendiger Mast für eine Umts-Empfangseinheit dienen wird. Am Mittwoch stehe ich auf und sehe das mein Trinkwasser alle ist, was also heißt, wieder ins Dorf zu marschieren. Ich bin zurück und baue Terrassenbeet 3 aus um danach noch eine nächste Holzkohlegrube zu bauen um wieder Holzkohle für die neuen Kompostgruben im neuen Beet herzustellen. Zum Freitag hin, es ist der 15. Januar, wird mein Fokus von Phillipe unterbrochen, welcher nach den Koffern aus seinen Zelten ruft. Schon einige Tage vorher gab er mir ein wenig Seelenenergie in Form von Geld um diese kurze Mission stemmen zu können. Donnerstag Abend also alle Koffer ins Dorf zu Onani gebracht und dann dort gleich meine erste schlaflose Nacht verbracht um am nächsten Morgen sehr früh mit den Koffern auf dem Boot in die Stadt zu fahren. Ich gebe Onani etwas von der Seelenenergie ab für seine Hilfe. Er hat nicht danach verlangt, ich mache das von mir aus. Übers Wochenende bin ich dann in Neiafu und bei Gott, es gibt auch kein Unwetter so das ich gleich am Montag zurück nach Hunga kann. Werner ist im Hafen, da Elke einen Notfall hat. Das erfuhr ich zufällig, da ich die beiden über Mobilfunk kontaktierte um in Erfahrung zu bringen ob sie demnächst in der Stadt sind und mich vielleicht mit zurück nehmen können. Die Ärmste bekam Probleme mit ihrem Auge und das endete in einer Zwangsreise nach Deutschland, weil nur dort ihr die Ärzte richtig helfen können. Auf der Rückfahrt bin ich also mit Werner allein auf ihrem Boot, die Antaia. Werner hat dieses Boot in Eigenregie gebaut. Wenn ihr mich fragt ist er ein Alleskönner und man kann noch eine Menge von ihm lernen, wenn man sich mit Demut und Bereitschaft nähert. Auf dem Boot bekommt man es durch den Wind nicht so mit, aber mir scheint es wird wärmer und wärmer. Werner erzählt von Patrick. Ein jungscher Bengel, den die große Welt lockt und welcher bei Barry Beer für 3 Monate in die Volunteerschaft geht. Das ganze machte eine Internetplattform, welche wirklich virtuell ist, jedoch reale Sachen zu Stande bringt, möglich. Das Wwoof.asia-Netzwerk, welches auch für den pazifischen Raum zuständig ist. Werner erzählt ein wenig über Dieses und währenddessen werden erste Gedanken in mir klar, es später einmal als Host in diesem Netzwerk zu suchen. Was? Menschen, welche Abenteuer suchen und helfen wollen und dafür mit etwas Seelenfutter versorgt werden. Einige meiner Freunde haben nun schon Kund getan, mich zu besuchen. Es über dieses Netzwerk zu organisieren, ist doch eine gute Idee, oder? 

Inzwischen ist es Mittwoch, der 20. Januar und ich bin dabei den fliegenden Fußboden im Roundhouse zu bewerkstelligen. Es wird heißer. Die Luft steht förmlich und es fängt an, das jede Bewegung, eine Bewegung zu viel ist. Aber ich stehe meinen Mann, der Boden im Haus muss schließlich langsam mal fertig werden. Bis zum Wochenende wird es natürlich noch wärmer da kein Wind weht und nur ab und zu eine kleine Brise über die Baumwipfel aus Nordosten streicht. Hier und da verirrt sich ein Lüftchen im Garten. Am Freitag, den 22. Januar bin ich mal wieder im Dorf Wasser holen. Außerdem brauch ich noch irgendwas zum beißen. Ich vergesse die Aufnahme von Nahrung fast und fiese Entgiftungserscheinungen wollen sich breit machen. So ergattere ich im Dorfshop eine Packung Kekse welche dann ganze vier Tage hält. Das Wasser trinken scheint mir bei diesem superfeuchtwarmen Wetter wichtiger zu sein. Am Samstag Abend mache ich wieder einige Baumfeuer um diese Bäume dazu zu überreden, ihr Laub abzuwerfen, damit später die Wintersonne ein wenig besser in den Garten kommt. Ich durfte während des letzten Winters mitbekommen das ein zu feuchter Garten ebenfalls nicht gut ist. Solange es unter dem Mulch feucht ist, ist das okay, doch obald es darüber zu feucht ist und nicht trocknen kann, fault das, was wir gerne essen würden.

Ich baue die Holzkohle im Terrassenbeet 4 zusammen mit dem Kompostmaterial ein und fange an die Windfalle für dieses Beet zu bauen. Nach dem Wochenende, es ist ein Dienstag, starte ich wieder eine Seed-Aktion im Teil 6 des Gartens, damit sich dort langsam Papayaschößlinge breit machen können um so dem nachwachsenden alten Wald das Licht nehmen zu können. Schließlich soll es mit der Zeit ja ein essbarer Wald werden. Am nächsten Tag regnet es und die Luftfeuchtigkeit explodiert. Habe das Gefühl sie liegt über 100 Prozent. Jedenfalls bin ich gleich morgens früh mit dem Sonnenaufgang auf dem Weg ins Dorf um frisches Trinkwasser zu holen. Am Donnerstag, es ist genauso unausstehlich warm, stelle ich nach gestrigem Fletztag den Fußboden des Roundhouses fertig. Danach hab ich sogar noch genug Willenskraft die Treppe zwischen dem Papayazirkelbeet und Terrasenbeet Nr. 4 zu bauen. Die Hölzer hatte ich ja schon eingebaut, nun hieß es nur noch Erde hineinzubringen, zu verdihten und mit mit Mulch abzudecken, was ich allees am Abend diesen Tages schaffte, trotz Hitze und keinem kühlen Lüftchen. Das kostete jede Menge Trinkwasser, trotz meiner Sparsamkeit. Das Essen vergesse ich heute komplett, was mir jedoch erst aufgefallen ist, als ich zu Bett gehe und sich in mir ein leichtes Hungergefühl breit macht. Ich ignoriere es und schlafe ein. Am Freitag baue ich die Luke im Roundhouse nach Süden hin, schaffe danach sogar noch etwas Arbeit im Garten. Ich baue eine weitere Kompostgrube im Nordwesten des Grundstücks. Samstag, der Januar ist bei Nahe vorbei, bin ich wieder Wasser holen und habe danach sogar noch Lust ne neue Ecke auf Hunga zu erforschen. Am Nachmittag, ich legte mich gerade etwas zur Ruhe, höre ich Pferdegestampfe, stehe auf um zu schauen … und tatsächlich. Mein erster tonganischer Besuch steht vor den Pforten Avalons. Es ist Soni, der auf geeborgtem Ross, das des Priesters, dahergeritten kam. Was für eine freudige Überraschung. Das habe ich nun gar nicht erwartet. Erst am Vormittag war er in meinem Kopf, da ich noch immer sein Weihnachtsgeschenk von mir an mich hielt. Doch versprochen ist versprochen, und da er vorhatte in einigen Tagen seine Mutter besuchen zu fahren, machte er sich tatsächlich mal Gedanken wie er nun schnellstmöglich an sein Geschenk kommen könnte. Wir hatten ein kleines Gespräch, eine Zigarette zusammen, er empfing sein Mobiltelefon – voller Freude – und dann passierte das was keiner von uns beiden erwartete. Da er das geliehene Pferd nicht richtig festband, war es nun in den tiefen des Waldes verschwunden. Ich ging noch einige Meter mit ihm, bis zum Hauptweg um zu suchen und zu rufen. „Hooo...Hooo....Hoooo!“ Doch des Priesters Pferd war über alle Berge. Ih empfahl Soni den Weg erstmal zu Fuß zurück ins Dorf anzusetzen. Das Tier wäre sicherlich schon dort. Der Wald schien dem Pferd allzu unheimlich, kein Wunder, so tief war es bisher noch nie vorgedrungen. Hand darauf. Auch Soni nicht. 

Am Sonntag erstelle ich nach meinem vormittäglichen Spaziergang einen Hauptwegeplan der Insel. Ich nehme an, ich habe nun alle Hauptwege gefunden, bis auf einen kleinen Abschnitt noch, doch den zeichne ich so ein, ohne ihn gegangen zu sein. 




Anfang Februar. Ich beschliesse, mein Versprechen Werner gegenüber, einzulösen und auf Besuch zu kommen. Nebenbei kann ich dem superwarmen Wald entfliehen und etwas kühles Ozeanwasser an meinen Körper heran lassen, was echt mal nötig ist um abzukühlen. Zu diesem Zwecke schlafe ich die kommenden 3 Nächte in Sonis Haus. Sein Sohn, zusammen mit seinem Freund, ist ebenfalls dort. Das Haus ist in einem typischen tonganischen Zustand. Diesmal stört mich das aber nicht, habe keinen Bock, wieder so viel aufzuräumen. Donnerstag der vierte des Februars, da mache ih ein Kreutz im Kalendar. Denn ich bin schnorcheln. Zusammen mit Werner, Patrick und Neill. Neill ist erst frisch angekommen. Ebenfalls n junger Kerl aus Großbritannien, der die Welt bereist und Zwischenstop auf Hunga bei Barry gemacht hat. Patrick hat ihn natürlich gleich mit zum nachmitäglichen Treffen beim Werner mitgenommen. So lernen Werner und ich ihn auch gleich kennen. Das schnorcheln machte irre viel Spaß. Für mich war es das erste Mal nach über 15 Jahren Pause. Meine letzte Erfahrung, welche nicht so doll, ausfiel, war Ende 2001 auf den Malediven, wo ich damals Urlaubstechnisch unterwegs war. Ich will da nicht ins Detail gehen. Jedenfalls schluckte ich damals sehr viel Salzwasser und kam nochmal mit ner Trommelfellentzündung davon. Bei dieser Schnorchelaktion hatte ich hinterher 1 Stunde Frost, da scheinbar sämtliche Hitze aus meinem Körper wich. Ich konnte die überschnelle Dichterwerdung meines Körpers auch daran erkennen,das mir beide Hände begannen einzuschlafen. Draussen wurde das Wasser immer kälter, und die Arme nur am Körper kühlten dann meine Rückenmuskeln sehr schnell herunter.
Bei Werner, auf sein Reden hin, entdecke ich völlig neue Bäume, die Dank Werner nur auf Fofoa wachsen. Kiefernbäume. Ein Mahagonibaum und ja sogar ein paar Neembäume. Ja genau, diese Neembäume aus Indien. Viele kennen den Neemextrakt aus ihrer Zahnpaste. Am Samstag, dem 6. Februar bin ich mit 3 kleinen Neembäumen und dem Samen einer neuen Mangosorte, welche ebenfalls bei Werner wächst, im Gepäck zurück auf Avalon. Übers Wochenende mache ich einige Baumfeuer, der Garten wird Licht brauchen. Am Roundhouse bastele ich an der Fertigstellung der Wände weiter so das Wind nur noch zum Teil und Licht mehr von oben eintritt. Da ich keine Lust zum Essen empfinde geh ich weiter in eine starke Entgiftung, mein Gesicht tut mir immer öfter weh. Das Wasser aus er Luft kondensiert an meinem kälteren Körper. Ab und zu gibt es ein wohltuendes Lüftchen.
Am 9. Februar, Dienstag gibt es wieder eine Seed&Feed-Aktion. Samen finden ihren Weg in die Erde und einige Baumfeuer und normale Feuer bringen etwas Schnellstartdüngung an den Boden. Die letzte Nacht vor der Reise nach Neiafu, ziehe ich dann ins Roundhouse ein, verbringe die erste Nacht dort. Ich darf feststellen das es nicht weniger gemütlich ist, wie in der vorherigen Konfiguration. Was für ein Wort? Hihi. Da das Zelt wie ein Antimoskitoschlafgemach funktioniert hat, tut es das erstmal auch im Roundhouse bis ich mal irgendwann so ein Moskitonetz zum darunter schlafen besitze. Das alte Camp werde ich wohl runderneuern, wenn ich zurück bin. Es funktioniert dann als eine Art „Kuriose Küche“. Eine Feuerstelle, Wasserauffangsystem und solange ich allein dort residiere, mein Thronsitz sowie eine kleine Holzlagerstelle. Mittwoch ist es dann soweit. Ich folge meinem Beschluss, mein Gefühl leitete mich wieder, der Stadt einen Besuch zu gönnen. Die Fulivais sind zurück von ihrem ausgedehnten Urlaub. Ich werde sie wieder sehen. Das Haus, in welchem ich meinen Raum habe, steht nun ruhiger da, und wartet auf eine Säuberung. Neue Freunde die mir näher kommen treten in Erscheinung. Tonganisch wie Deutsch. Es wird mir mal wieder schwer fallen die Stadt zu verlassen die Freude jedoch riesig sein wenn ich wieder auf Hunga bin. Ihr seht also, Mensch und Natur sind mir immer noch sehr wichtig, wobei es nicht einfach ist zu Tonganern echte Freundschaft aufzubauen. Ich dachte, ich bin schon mißtrauisch, doch gibt es auch wohl Tonganer, mir aus dem Effekt, also der Situation näher gekommen, denen es einige Tage später nicht mehr so wichtig erscheint Freundschaft zu schließen, wobei sie sich beim Ersttreffen noch so anhörten. Ich werde da noch nicht so ganz draus schlau, aber auch hier wird die Zeit es zeigen, da bin ich mir sicher. Kann auch sein das es die „Nach dem Zyklon“-Lethargie ist, welche die vielen Stadteinwohner dahin rafft, und ihren Worten deshalb keine Taten folgen. So trug es sich zu, da ich gestern, Sonntag, dem 21. Februar, am Telefon ein Treffen mit dem gemütlichen Familienvater Pio, welchen ich am Anfang der Woche auf der Farm traf, organisieren konnte. Wir hatten uns zwar für Früher verarbredet, jedoch machte uns der Zyklon Winston da einen Strick durch die Rechnung.  Ich wartete an diesem Sonntag Nachmittag vergeblich, niemand erschien um mich aufzupicken. Sein junger Sohn, und das ist das erstaunliche, knüpfte einige Tage vorher über Facebook einen Kontakt zu mir. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang daran, das ich seinem Vater meinen kompletten Namen plus Mobilfunknummer auf einen Zettel kritzelte. Auf diesem Stück Papier stand außerdem was ich an Samen benötigte für Avalon. Kürbis, Zucchini und noch einige andere auch hier heimische Gemüsesorten. Ich wollte etwas, was hier schon lange wächst. Auf dem Markt erstand ich heute einen kleinen Kürbis,welcher übrigens sehr süß schmeckte, und erhoffe mir einige neue Pflanzen von dessen Samen. Für die Fünf tonganischen Dollar bekam ich also nicht nur was zu essen, sondern sozusagen auch n ganzes Samentütchen voll mit neuen Gelegenheiten.
Ach und dann war noch Willi, welchen ich kennenlernte während ich auf meinem Fußmarsch zur Farm war. Ich gönnte mir eine kleine Pause und vollrichtete diese genau vor seinem Gründstück bis er kam und frug ob mit mir alles in Ordnung sei. Ich erzählte ihm von meinem Plan und darauf antwortete er das es ziemlich weit sei zu Fuß und er mich fahren könnte, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist. Sand in eine Karre schippen und auf der Auffahrt breit machen. Da ließ ich es mir natürlich nicht nehmen zu helfen. Eine Win/Win-situation. Wir hatten noch ein kurzes Gespräch während es draussen regnete und dann fuhren wir. Willi war, genau wie Pio, einer der Menschen in letzter Zeit mit denen ich im Gespräch auch auf die Gärtnerei zu sprechen komme. An diesem Montag, dem 15. Februar, sehe ich auch Fulivai nach über zwei Monaten wieder. Wir hatten nur ein kurzes Gespräch, aber wow, der Mann hat eine Ausstrahlung wie eine Sonne und sendet Energie in alle Richtungen aus. Ich vermisse ihn gerade jetzt, denn es war während der letzten Tage echt nicht einfach den rechten Zeitpunkt abzupassen um ihn mal zu sehen. Oft ist nur Moana oder Helen im Haus. Helen hängt ab, scheint sich ihrer Lethargie hinzugeben und Moana hat zu tun deren Haus auf Vordermann zu halten und Essen für die Familie zu kochen. Dabei hat sie noch ihre eigene Familie, mit nicht weniger als vier Kindern und nem Vater. Meinen tiefen Respekt, denn ganz nebenbei findet sie auch noch Zeit für sich ganz allein, auch wenn es nur mal ne halbe Stunde ist.





In diesem Sinne

euer Nico von Hunga Island